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Bruceploitation

Der in den USA geborene Chinese Bruce Lee (Lee Jun Fan, Li Xiaolong, 1940-1973) wurde Anfang der 1970er Jahre zur tragenden Figur der boomenden Kung-Fu-Film-Industrie Honkongs. Lee, in seinen Filmen die perfekte Kombination von philosophischer Geistesverfassung und eiserner Körperbeherrschung, zudem selbst auch Theoretiker und Autor, wurde durch seinen vorzeitigen, plötzlichen Tod 1973 zu einem Mythos der Filmgeschichte. Produktionsfirmen in Hongkong hatten wirtschaftlich auf ihn gesetzt und sahen sich nun gezwungen, schnell Ersatz zu finden, um den Kung-Fu-Hype weiter nutzen zu können. So wurden – durchaus respektable – Faustkämpfer und Martial-Arts-Akrobaten als Bruce-Lee-Klone kreiert und so hemmungslos mit Namensvarianten (wie Bronson Lee, Bruce Leung, Dragon Lee oder Myron Bruce Lee) ausgestattet, dass sie für den gelegentlichen Kinogänger kaum auseinander zu halten sind.

Bei der Exploitation des Bruce-Lee-Mythos fallen verschiedene Nutzungsvarianten auf:

(1) Remakes bzw. Neubearbeitungen erfolgreicher Bruce-Lee-Originalfilme wie: Tian whang jou whang (aka: Exit the Dragon, Enter the Tiger, 1976, mit Bruce Li) oder Re-Enter the Dragon (1979, mit Bruce Le);
(2) Arbeiten am Mythos Bruce Lee wie in The Legend of Bruce Lee (1976, mit Bruce Le) oder Bruce's Fists of Vengeance (Philippinen 1984, mit Bruce Le);
(3) absurde bzw. surreale Stoffadaptionen wie in Li san jiao wei zhen di yu men (aka: The Dragon Lives Again, 1977, Bruce Leong kämpft als Bruce Lee gegen James Bond und Dracula) oder America Bangmungaeg (aka: Bruce Lee Fights Back From the Grave, Hongkong/Südkorea 1976, mit Bruce K.L. Lea);
(4) Satiren auf das Phänomen Bruceploitation: Fei lung gwoh gong (aka: Enter the Fat Dragon (1978, Sammo Hung Kam-Bo) oder Finishing The Game: The search for a New Bruce Lee (2007, Justin Lin).

Literatur: Wikipedia: URL: http://en.wikipedia.org/wiki/Bruceploitation

Referenzen