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Buffo

von ital.: buffo = komisch, witzig; verwandt dem ital.: buffone = Spaßvogel, Hofnarr (eigentlich: „der zur Erheiterung der Zuschauer die Backen aufbläst“); von dort abgeleitet: Buffonerie (Scherz, Posse, Spaßmacherei)

 (1) Aus dem Rollenensemble der Oper und vor allem der Operette stammende Bezeichnung eines Tenors (seltener: eines Baritons), der für komische Einlagen zuständig ist. Es finden sich auch Figuren im Musikfilm, die – wie in der Musiktheatertradition oft in Nebenrollen als Diener, Handlanger usw. – als komische Einlagen auftreten. Es sind manchmal bis zur Karikatur überzeichnete Figuren oder Typen, die allein schon durch ihre Gestik, Mimik und Kostümierung als Lachanlässe erkennbar sind. Manchmal inszenieren sich auch Hauptfiguren (wie die Marx Brothers im amerikanischen Kino) als buffoneske Figuren oder werden eigens in einer solchen Funktion in das Drehbuch aufgenommen (wie manchmal Trude Herr oder Heinz Erhardt, aber auch Gruppen wie „Die Peheiros“ in der deutschen Musikkomödie der 1950er und 1960er).

Literatur: Cerreta, Florindo: Buffo. The Genius of Vulgar Comedy. In: Forum Italicum 16,1-2, 1982, S. 155-157. – Vincent, Delphine: Closer to Così fan tutte ? The Film Soundtrack, Intertextuality and Reception. In: The Soundtrack 4,2, 2011, S. 101-115. – Giacovelli, Enrico: Il buffo, il brutto e il cretino. Le battute e le scenette più divertenti del cinema comico popolare italiano . Roma: Gremese Ed. 1996.

(2) Das weibliche Gegenstück wird in der Musiktheatertradition als Soubrette bezeichnet. Auch dieser Rollentyp wird im Musikfilm gelegentlich als komische Nebenrolle eingesetzt.

Literatur: Schrader, Valerie Lynn: Defining the Soubrette Archetype in Classic and Contemporary Musical Theatre. In: New Theatre Quarterly 32,1, 2016, S. 78-96. - Ullman, Sharon R.: Sex seen. The emergence of modern sexuality in America . Berkeley: University of California Press 1997, bes. 103-140.