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Caligarismus

Der zuerst von den Franzosen in den 1920er Jahren erfundene Begriff caligarisme wird womöglich von Furian (1957) eingedeutscht und bezieht sich auf den zum ersten Mal in Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) ausgeführten Filmstil, der dann von einigen wenigen Epigonen wie Von morgens bis mitternachts (1920, Karl H. Martin) und Genuine (1921, Robert Wiene) übernommen wurde, sich aber von anderen expressionistischen Filmen der 1920er Jahre in Deutschland abhebt. Doch wie Kasten bemerkt, führt die Binnendifferenzierung des Filmexpressionismus dazu, dass es nahezu unmöglich wird, einen repräsentativen Kanon anzugeben. Wichtiger sei es, die Charakteristiken des Filmexpressionismus genauer zu fassen. Dabei spielen die „caligaristischen“ Filme jedoch für die Definition eines expressionistischen Filmstils eine entscheidende Rolle, indem sie paradigmatisch für ein – in seiner Reichweite und Konsistenz allerdings äußerst problematisches – Genre des „expressionistischen Films“ einstehen sollen.

Literatur: Furian, Heinz: Zwischen ‚Caligarismus‘ und Realismus. Ein Beitrag zur kritischen Darstellung der deutschen Filmgeschichte. In: Deutsche Filmkunst 1-4, 1957, 1-3, 1958. – Kasten, Jürgen: Der expressionistische Film. Münster: MAkS Publikationen 1990, S. 11ff.

Referenzen