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Camera Obscura

Camera obscura bedeutet wörtlich ‚dunkle Kammer‘, sie diente zur Projektion von Bildern. Das zu projizierende Objekt reflektiert die Sonnen-(Licht-)strahlen durch ein winziges Loch auf die entgegengesetzte Wand, den Gesetzen der Optik entsprechend kopfstehend. Der Effekt verstärkt sich, wenn man eine Linse verwendet. Auf diesem Phänomen beruht unsere optische Wahrnehmung (Außenwelt, Pupille und Augenhintergrund miteinander verbindend), und auch die fotografische Aufnahme basiert auf diesem Prinzip.
Bereits bei Aristoteles (384-322 v. Chr.) finden sich Hinweise, dass er das Prinzip kannte, doch erst der englische Mönch Roger Bacon beschrieb 1267 die „Projektion“ der Lichtstrahlen. 1545 veröffentlichte der niederländische Mathematiker Reinerus Gemma-Frisius eine Abbildung des Prinzips, welches in der Wissenschaft u.a. zum Studium der Sonne diente, aber auch zur Unterhaltung eingesetzt wurde. In der Malerei diente die Camera obscura in Form eines faltbaren Zelts dazu, die Natur maßstabsgerecht abzubilden. Die Filmmuseen in Düsseldorf und Frankfurt besitzen eine begehbare Camera obscura.

Literatur: Laurent Mannoni: Le grand art de la lumière et de l'ombre - archéologie du cinéma. Paris: Nathan 1994.