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chase film

auch: chase movie, chaser; von engl.: chase = „jagen, nachjagen, hetzen“ (davon auch das Substantiv chase = Jagd)

Filme mit Verfolgungsjagden, vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, unter Zuhilfenahme von Autos (car chase films), erfreuen sich seit der Stummfilmzeit bleibender Popularität. Damals ist auch bereits eine besonders beliebte Variante der Verfolgungsjagd angelegt, bei der augenzwinkernd die polizeilichen Amtsträger die Dummen sind (vgl. etwa Mack Sennetts Keystone Kops), denen es wegen technischer Unterlegenheit, aus Ungeschicklichkeit, Hochmut oder schierer Unfähigkeit nicht gelingt, die Übeltäter zu stellen. Auch der Umstand, dass bei diesen Jagden viel Blech verbogen und alle möglichen Dinge im Umfeld demoliert werden, ist hier bereits tragend, und derartige Jagdanteile mit quietschenden Reifen dürfen auch heute in keiner ordentlichen Polizeiserie fehlen.
Spielfilme, die man als Chase films zu bezeichnen bereit ist, zielen nicht auf das Erzielen von Höchstgeschwindigkeiten. Sie lieben zwar durchaus physische und technische Präsenz, zeigen aber ausführlich das Verstecken und Hakenschlagen beim für die Zuschauer vergnüglichen Katz-und-Maus-Spiel der Gejagten mit ihren oft behördlichen oder gar kriminellen Verfolgern. Neben längeren Sequenzen (etwa die komische Autojagd über San Franciscos Straßen in What‘s Up, Doc?, USA 1972, Peter Bogdanovich) kann der ganze Film von derartigem Treiben inhaltlich bestimmt sein, wie z.B. in den Redneck-Hixploitation-Produktionen Ein ausgekochtes Schlitzohr 1-3 (Smokey and the Bandit 1-3, USA 1977-1983) mit Burt Reynolds.
Während eine Verfolgungsjagd mit diversen technischen Mitteln geradezu standardmäßig zu einem James-Bond-Thriller gehört und sowohl den Spannungsaspekt des Thrillers wie auch den Vergnüglichkeitsaspekt der Komödie bedient, müssen Verbrecherjagden von jenem Typ, wie sie in Bullitt (USA 1968, Peter Yates) und The French Connection (USA 1971, William Friedkin) stilbildend in Szene gesetzt worden sind, letztlich dem Gesetz zur Geltung verhelfen oder den „Guten“ bzw. den Sympathieträger gewinnen lassen, sei es durch das Gefangensetzen oder den Tod des „bösen“ Protagonisten, entweder am Ende des Films oder in einer Fortsetzung.

Weitere Beispiele mit Autos: To Live and Die in L.A. (USA 1985, William Friedkin), Ronin (GB/USA 1998, John Frankenheimer), The Bourne Identity (USA/D 2002, Doug Liman); mit Schnellbooten: Amsterdamned (NL 1988, Dick Maas), Face/Off (USA 1997, John Woo).

Literatur: Romao, Tico: Engines of transformation: an analytical history of the 1970s car chase cycle. In: New Review of Film and Television Studies 1, 2003, S. 31-54. – Romao, Tico: Guns and gas: investigating the 1970s car chase film. In: Tasker, Yvonne (ed.): Action and adventure cinema. London/New York: Routledge 2004, S. 130-152.

Referenzen