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Cinecolor

auch: Cinécolor

Unter dem Namen Cinecolor wurden verschiedene Verfahren in Frankreich und den USA ausgeübt.

(1) Der französische Cinécolor-Film war ein von Lumière, Lyon, um 1929 herausgebrachter Kornrasterfilm ähnlich der Autochrome-Platte, der später als Lumicolor verbessert wurde. Cinécolor wurde auch als Kopiermaterial im Audibert-System verwendet.
(2) Der amerikanische Cinecolor-Film der Cinecolor Corp., Burbank, Cal., war der bekannteste Zweifarbenfilm in den USA (1932-1954). Er arbeitete mit einer Bipack-Kamera und Kopie auf Dipo-Film, der nach dem Tonungs- und dem Beizfarben-Verfahren eingefärbt wurde. Das Verfahren war – ursprünglich auf Prizma zurückgehend – Nachfolger von Multicolor. Es konkurrierte in den USA mit dem ähnlichen Magnacolor und war nach dem Zweiten Weltkrieg in England auch unter dem Namen Radiantcolor bekannt. Der erste Spielfilm in Cinecolor war Gentleman from Arizona (USA 1940). Aus Kostengründen wurden 1944 einige Technicolor-Filme der Vorkriegszeit, darunter A Star Is Born, mit Cinecolor nur zweifarbig kopiert. Beginnend mit Metro-Goldwyn-Mayer für den Film Gallant Bess (1946, Andrew Marton) produzierten auch weitere Major Companies in Hollywood Cinecolor-Spielfilme. Außerhalb den USA entstand auch der schwedische Spielfilm Klockorna i gamla sta’n (1946, Ragnar Hyltén-Cavallius) mit diesem Verfahren. Ab 1939 wurde auch ein Cinecolor-16mm-Schmalfilm hergestellt, bei dem ein 35mm breiter Film nach der Entwicklung längst aufgeschnitten wurde (als „double-sixteen“), ähnlich dem Doppel-8-Schmalfilm). 1953/1954 liefen die Kinofilme in den USA schließlich unter der Bezeichnung Color by Color Corporation of America, nachdem sich die Cinecolor-Gesellschaft diesen neuen Firmennamen gegeben hatte.
Dreifarbige Cinecolor-Kopien wurden ab 1935 von mit einer Strahlenteilerkamera gemachten Aufnahmen hergestellt, wobei die dritte Farbe (Gelb) analog dem Technicolor-Prozess aufgedruckt wurde. Dieses Verfahren war aber noch nicht voll konkurrenzfähig. 1947 wurde dann der dreifarbige SUPERCineCOLOR Film (sic!) eingeführt.

Literatur: Cornwell-Clyne, Major Adrian: Colour Cinematography. 3rd ed. London: Chapman & Hall 1951, S. 29-31, 329-330. – Koshofer, Gert: Color. Die Farben des Films. Berlin: Spiess 1988, S. 42-44. - Koshofer, Gert: Kodak und der Kinofarbfilm. In: Weltwunder der Kinematographie (hrsg. v. Joachim Polzer) 6, 2002, S. 315-316. – Limbacher, James: Four Aspects of the Film. New York: Brussel & Brussel [1968], S. 47-49.