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cinema clitera

seit den frühen 1990ern nachweisbare schnoddrige Slang-Zusammenbindung von cinema und einem von clitoris abgeleiteten Kunstadjektiv; die sexistisch anmutende Formulierung steht in der Tradition von chick flicks, weepies oder auch schmaltz als adressatenspezifischer Gattungsbezeichnungen

In der amerikanischen pseudoakademischen Filmkritik spricht man gelegentlich von cinema clitora, wenn es um Filme geht, die sich primär an Frauen richten. Bekannte Beispiele sind My Best Friend‘s Wedding (1997, P.J. Hogan), Notting Hill (1999, Roger Michell) und Bridget Jones‘ Diary (2001, Sharon Maguire). Filme der Gattung sind charakterisiert durch hochemotional eingefärbte Geschichten, Konflikte und Themen; viele basieren auf dem Prinzip der romantischen Komödie; die meisten enden mit süßlichen Happy-Ends, in denen die weiblichen Protagonistinnen den ersehnten Mann doch noch ehelichen. Zur Gattung gehören auch einige Filme über lesbische Beziehungen. Ein zweiter Typus handelt von Versöhnungen zwischen Frauen (Freundinnen, Schwestern, Müttern und Töchtern), manchmal getragen vom Tod der einen (wie in Terms of Endearment, 1983, James L. Brooks, oder in Beaches, 1989, Garry Marshall). Allerdings werden auch Filme, die von Frauengruppen handeln, die gemeinsam emotionale Hoch- und Tiefpunkte verarbeiten oder sich gegen Anfeindungen wehren; hier steht der komödiantische Modus des Erzählens meist im Vordergrund (ein oft genanntes Beispiel ist Steel Magnolias, 1989, Herbert Ross). Das cinema clitera ist auch im TV-Programm gelandet (etwa mit der Serie Sex in the City, 1998-2004).

Referenzen