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cinema of transgression

manchmal abgekürzt als: C.o.T.

Das transgressive Kino bildet sich in den frühen 1980er Jahren als Underground-Film-Bewegung in New York heraus und benannte sich nach den programmatischen Artikeln des Punkkünstlers Nick Zedd. Zedd war gleichzeitig einer der ersten Vertreter dieses Undergroundkinos: Im Zuge der früheren Popart-Experimente Andy Warhols und des Trashfilms der 1970er Jahre (z.B. John Waters) drehte er improvisierte, rau und spontan gefilmte Experimental- und Kurzspielfilme, die sich der Mechanismen des Avantgardefilms bedienten (Doppelbelichtung, Doppelprojektion, Farbverfremdung, Medientransformation wie Video auf Film usw.): „The C.o.T. was about negated borders and the breaking of boundaries. Its stated aim was to perform revolutionary acts which would cross all socially constructed and socially accepted barriers“ (Zedd). Der Akt des Grenzüberschreitens auf allen Ebenen ist abgleitet von Georges Batailles Sexualphilosophie „L’érotisme“ (1957): Im Akt der Überschreitung soll ein Prozess der Bewusstwerdung bzw. der Transzendenz erreicht werden.
In nahezu allen Beiträgen zum Cinema of Transgression steht der menschliche Körper im Mittelpunkt des Interesses, meist ein sexualisierter Körper, der handelt oder behandelt wird. Der New Yorker Fotograf und Regisseur Richard Kern gilt als namhaftester Vertreter der C.o.T.-Bewegung. Sein Voyeurismus wird in der Inszenierung nicht nur offensichtlich vorgeführt, sondern ist die Motivation seines Werkes. Die menschliche Existenz wird bei ihm meist auf eine Präsenz des Körpers in Situationen sexuellen Ge- und Missbrauchs reduziert.

Literatur: Sargeant, Jack (ed.): Deathtripping: [the cinema of transgression]. Londo: Creation Books 1995.