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Cinémathèque française / Musée du Cinéma

Die Cinémathèque française ist seit ihrer Gründung 1936 durch Henri Langlois, Georges Franju, Jean Mitry und Paul-Auguste Harlé ein eingetragener Verein. Sein Vorstand besteht vor allem aus Personen, deren Werke von der Cinémathèque bewahrt und betreut werden. Vom Staat finanziell unterstützt, doch bisher noch immer unabhängig, besteht die ab September 2005 in der „Maison du Cinéma“ (rue de Bercy) beheimatete Einrichtung aus den vor allem von Langlois und seinen Kolleginnen (u.a. Lotte H. Eisner, Mary Meerson, Marie Epstein) aufgebauten Sammlungen (Film, Bücher, Plakate, Photos, Schriftgut, Technik etc.), die durch zahlreiche Deposita bekannter Filmschaffender oder Ankäufe von Sammlern wie Will Day über Jahrzehnte zu einer der für die Filmforschung wichtigsten Institutionen in Westeuropa anwuchs.
Jeder Leiter eines Archivs setzte seine Akzente: Henri Langlois (1936-1977) gilt z.B. als der „Jäger, Sammler und Präsentator“. Seine Filmreihen galten vielen jungen Regisseuren der Nouvelle Vague als „Schule des Sehens“. Dominique Païni (1991-2000) nutzte die Filmrestaurierung zur Erforschung der Werke, führte die wissenschaftlich orientierte Programmarbeit ein (als Gegensatz zur auf die Integralität eines filmischen Werks gerichtete), begleitete sie durch Publikationen, richtete das Collège d‘Histoire de l‘art cinématographique für Vorträge renommierter Filmwissenschaftler ein und erreichte durch seine Aktivitäten ebenfalls die von Langlois angestrebte pädagogische Vermittlung der Filmkultur. Seine Nachfolger waren der langjährige Festivalleiter Peter Scarlett, der Filmemacher Jean-Charles Tacchella und der ehemalige Cahiers du Cinéma-Redakteur Serge Toubiana.
Neben den Beständen und der Programmarbeit fand vor allem das „Musée du Cinéma“, welches Langlois einst für das Palais de Chaillot an der Place du Trocadéro (1.800qm, 1972-1997) konzipierte, Jahrzehnte Beachtung. Ein Feuer im Obergeschoß des Gebäudes leitete im August 1997 vorzeitig seine bereits geplante Schließung ein. Am 28.9.2005 entsteht es in neuer Form in der „Maison du Cinéma“. Ohne die Cinémathèque und das „Musée du Cinéma“ hätte es die für Frankreich typische Cinéphilie (Leidenschaft für den Film) nicht gegeben, und ohne ihr Engagement für die Filmkunst würde es sie heute auch nicht mehr geben.

Homepage: www.cinemathequefrancaise.com.

Literatur: Mannoni, Laurent: Le mouvement continué. Catalogue illustré de la collection des appareils de la Cinémathèque française. Milano: Mazzotta 1996. – Olmeta, Patrick: La Cinémathèque française, de 1936 à nos jours. Paris: CNRS 2000.