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Cines

Die italienische Cines wurde 1906 mit einem Stammkapital von 1 Million Lire gründet (1912: 3,75 Millionen Lire); in sie ging eines der ersten italienischen Studios in Rom, das 1905 gegründet worden war, ein; außerdem gehörte eine Filmfabrik in Padua zum Konzern. Er gehörte der Filmausrüstungs-Firma Alberini e Santoni, die Finanzierung der Cines übernahm die Banco di Roma. Neben der Produktion von Ausrüstungsfilmen lebte sie weiter als Zulieferer für andere Filmproduktionen und -studios. Es entstanden eine ganze Reihe von Genrefilmen wie der frühe Horrorfilm Il Viaggio di una Stella (1906); die wichtigsten Regisseure der ersten Jahre waren Mario Caserini und Enrico Guazzoni. Am 20.7.1912 wurde die Cines – nach der schweren Finanz-Krise der europäischen Filmindustrie – von dem ersten Präsidenten der Cines Alberto Fassini als „Società Italiana Cines Anonima Roma“ (auch: Cines – Seta artificiale) reorganisiert. Der Langfilm Quo vadis? (1912, neun Rollen) war allgemein für seine Länge, die Ausstattung und das differenzierte Schauspiel gerühmt. Les Misérables (1912) führte zur Konsolidierung der Firma, die im Ersten Weltkrieg in neue schwere Krisen stürzte. Sie schloß sich nach dem Krieg der Unione Cinematica Italiana an, die gegründet worden war, um der Krise der Filmindustrie zu begegnen, die selbst aber 1924 zusammenbrach.
Es kam zu mehreren Neugründungen der Cines. Der Finanzmakler Stefano Pittaluga fügte 1929 die Studios der Cines und Itala zu einem gemeinsamen Unternehmen (Cines-Pittaluga) zusammen und baute die ersten Tonstudios Italiens (La canzone dell‘amore, 1930). Die Firma produzierte Filme von Mario Camerini, Goffredo Alessandrini und anderen. Nach Pittalugas Tod (1931) wurde der Bankier Ludovico Toeplitz Firmenchef, Emilio Cecchi wurde Produktionsleiter. 1935 wurde die Cines der staatseigenen IRI unterstellt, der Verleih kam unter dem Namen Cines-SAISC zur ebenfalls staatlichen ENIC. Nach einem Brand stellten die Studios bis 1941 die Arbeit ein. Erst 1941 als staatliche Firma neugegründet, wurde 1945 die Liquidation verfügt. 1949 wurde sie wieder als Staatsunternehmen neugegründet, wurde aber 1957 tief verschuldet endgültig abgewickelt. 

Literatur: Redi, Riccardo: La Cines. Storia di una casa di produzione italiana. [Rom:] C.N.C. 1991. – Tomadjoglou, Kimberly: Romés premiere film studio: Società Italiana Cines. In: Film History 12,3, 2000, S. 262-275.