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Claqueur

von franz.: claquer = klatschen; dt. manchmal: Beifallklatscher, Mietklatscher

Eine Person, die bei einem Theaterstück oder einer anderen öffentlichen Aufführung bezahlten Applaus liefert, nennt man gemeinhin Claqueur, die Gruppe der Claqueure oft Claque. Ihr Klatschen dient dazu, das Publikum zum Applaudieren zu bewegen. Das Engagement von Miet-Enthusiasten kam anfangs des 19 Jahrhunderts in Paris auf (die Geschichte der Claque blieb auch wohl eine dominant französische Angelegenheit), um den dramatischen Erfolg sicherzustellen. Im Volksmund wurden die Claqueure „Chevaliers de lustre“ (= Ritter des Kronleuchters) genannt.

Im übertragenen Sinne spricht man angesichts von enthusiasmierten Zuhörern einer politischen Rede bis heute von Claqueuren – immer mit der Unterstellung, dass die zur Schau gestellte Begeisterung nicht echt ist, sondern eine (real oder ideell bezahlte) Dienstleistung am Beklatschten ist. In der DDR-Bürokratie wurden Volksgenossen, die als jubelnde und fahnenschwingendes Straßenpublikum auftreten sollten, zynischerweise als „Winkelemente“ an den Platz der Parade oder des Ereignisses bestellt. Im Fernsehen ist das anwesende Show-Publikum, das von der Regie mit-inszeniert wird, sogar in toto als Claque ansehbar (obwohl die Studiozuschauer widersinnigerweise oft genug sogar für ihren Auftritt bezahlt haben).


Literatur: Castel, Louis: Mémoires d'un claqueur, contenant la théorie et la pratique de l'art des succès; [...] Paris: Constant‑Chantpie et Levavasseur 1829. – Howarth, Bill: The origins of the claque in the french theatre. In: French Studies Bulletin 20,72, 1999, S. 10‑13. – Râmbu, Nicolae La claca nella storia della cultura. In: Cultura. International Journal of Philosophy of Culture and Axiology 3,1, 2006, S. 117‑129. – Robert, Yann: La claque et la représentation politique au XIXe siècle. In: Romantisme 2, 2007, S. 121‑133.

Referenzen