Metainformationen zur Seite

Clavilux

auch: Farbenklavier, verwandt mit Farbenorgel; frz.: clavier à lumières, früher: clavecin oculaire

Ein Clavilux ist ein Farbenklavier, ein über eine Klaviatur gesteuerter Apparat, bestehend aus fünf Tastenreihen und sechs Projektoren, der Farb- und Figurenkonfigurationen in den Raum projiziert. Es ist als visuelles Begleitinstrument zu live dargebotener Musik (z.B. Orchester) einsetzbar. Somit sind optische Eindrücke mit Musik kombinierbar. Das Clavilux wurde 1922 von dem dänisch-amerikanischen Volkssänger Thomas Wilfred (1889-1968) konstruiert und ist eine Weiterentwicklung der grafischen oder optischen Cembali, die vom 16. bis ins 20. Jahrhundert hinein als „Farborgeln“ eingesetzt wurden, indem sie zu jedem gespielten Ton eine Farbe projizierten. In den 1920er und 1930er Jahren trat Wilfred mehrmals unter Leopold Stokowsky mit seinem Clavilux auf. Wilfred wandte sich völlig gegen den Begriff ‚Farblichtmusik‘, der seinerzeit als Programm des ‚absoluten Films‘ intensiv diskutiert wurde, und bevorzugte die Bezeichnung ‚Lumia‘ für seinen Apparat. In New York eröffnete er das ‚Lumia Theater‘ mit 32 Projektoren, für das Wilfred mehrere Werke mit bis zu 383 Stunden Länge komponierte (seine Lumia Composition, op.160). 

Literatur: Peacock, Kenneth: Synesthetic Perception. Alexander Scriabin's Color Hearing. In: Music Perception 2,4, 1985, S. 483-506.
 

Referenzen