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Cocktail-Party-Effekt

manchmal auch: selektives Hören, selektive auditive Wahrnehmung; engl.: cocktail party phenomenon

Die menschliche Fähigkeit, sich in einem höchst komplexen Reizangebot wie den vielfältigen Geräuschen einer Party – die Gespräche der Gäste einer Party, die dazu gespielte Musik, Interaktionen mit Kellnern etc., die Geräusche von Essen, Gläserklirren, Türenklappern u.a.m. – zu orientieren und selbst Gespräche zu führen, deutet auf eine Extraktions- oder Selektionsfähigkeit hin, die mit der Steuerung von Aufmerksamkeit, der Gerichtetheit der akustischen Wahrnehmung, der Interaktion von Gehör- und Gesichtssinn sowie der semantischen und thematischen Unterlegung von Interaktionen zusammenhängt. Im Film wird die diffuse Vielfalt insbesondere von Szenarien, in denen viele Leute auftreten, vorselektiert – selbst wenn man sich bemüht, die Vielfalt der Geräusche als Geräuschkulisse zu erhalten, werden die relevanten Stimmen oder Gesprächsanteile aus dem Gesamtsound herausgefiltert, als würde er dem Geräusch-Hintergrund entgegengestellt. Die Tonmischung bringt so eher etwas wie ein „Ton-Relief“ hervor, das aber die natürliche Fähigkeit, sich in einem diffusen Geräuschfeld thematisch, selektiv und konzentriert zu verhalten, nachbildet.

Literatur: Cherry, E. Colin: Some experiments on the recognition of speech, with one and with two ears. In: Journal of the Acoustical Society of America 25, 1953, S. 975-979. – Moray, N.: Attention in dichotic listening: Affective cues and the influence of instructions. In: Quarterly Journal of Experimental Psychology 11, 1959, S. 56-60. – Treisman, A.M.: Contextual cues in selective listening. Quarterly Journal of Experimental Psychology 12, 1960, S. 242-248.