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Computer-Animation I: Geschichte

Die Computeranimation ist ein Nachfolger der Zeichenanimation. Während insbesondere die Keyframe-Animation unmittelbar an die Verfahren der klassischen Animation anschließt, haben sich auch spezifische Formen entwickelt, welche die Eigenschaften des Computers nutzen, Algorithmen und Skripts abzuarbeiten und so mittels prozeduraler Animation regelbasierte Verläufe zu berechnen. Immer geht es darum, computergenerierte Elemente, Objekte oder Figuren in Bewegung zu setzen und ihre Pfade im dreidimensionalen Raum festzulegen. Zusätzlich lässt sich so die virtuelle Kamera steuern, aus deren Perspektive die Szene gerendert wird.
Die Grundlagen wurden in den 1960er Jahren entwickelt. 1969 gelang es Nestor Burtnyk und Marceli Wein vom National Research Council of Canada, gemalte Schlüsselposen mittels Interpolation miteinander zu verbinden und damit eine computergesteuerte Variante der Keyframe-Animation zu ermöglichen, eine Technik, die 1974 in Hunger von Peter Foldes zur Anwendung kam. In der Frühzeit musste man jedoch sämtliche Parameter bestimmen und den Code dafür in den Computer eingeben. Erst Mitte der 1980er Jahre entstanden die ersten Softwares, die es nun auch Nichtinformatikern erlaubten, Computeranimationen zu erzeugen.
Die ersten computeranimierten Filme, die noch in den 1960er Jahren entstanden, waren abstrakt und experimentell im Stil des absoluten Films der 1920er Jahre. Ab den 1970er Jahren entstanden Kurzfilme, etwas später vor allem Werbefilme und Musikvideos. Tron (1982, Steven Lisberger) enthielt rund 15min Computeranimation, konnte aber das Publikum und damit auch die Filmindustrie nicht überzeugen. Bis heute herrschen hybride Formen vor, welche Computeranimation mit Live-Action kombinieren. Toy Story (1995, John Lasseter) war der erste voll computeranimierte Spielfilm.
Ab Ende der 1980er Jahre wandten die Disney-Studios computergesteuerte Prozesse auch zunehmend in der Zeichenanimation an mit einem proprietären Software-Paket namens CAPS (Computer Animation Production System), das die traditionelle Folienanimation ersetzte. 

Literatur: Pinteau, Pascal: Special Effects. An Oral History. New York: Harry N. Abrams 2004. – Film & Computer – digital media visions. = Schriftenreihe des Deutschen Filmmuseums, hrsg. v. Hilmar Hoffmann und Walter Schobert. Frankfurt: Selbstverlag 1998.
 

Referenzen