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crying room

auch: cry room, mothers‘ room; dt. etwa: Schreiraum

Im von Benjamin Schlanger konzipierten Los Angeles Theatre, in dem er versuchte, das bis heute übliche Gegenüber von Leinwand und Zuschauerraum neu zu konfigurieren und auszuweiten, gab es komplizierte Anlagen aus Spiegeln, mit denen sich das Filmbild nicht nur auf die Leinwand, sondern simultan auch auf andere Bildschirme projizieren ließ, die sich zum Beispiel in der Lounge im Souterrain befanden. Dort wurden neben Sitzplätzen zwei crying rooms eingerichtet, schalldichte Kabinen mit Blick auf die Leinwand. Sie sollten die für die Kinderbetreuung zuständigen Personen zum Besuch des Kinos animieren, indem man sie auf diese Weise den strafenden Blicken ansonsten möglicherweise vom Kleinkindergeplärre gestörter Zuschauern entzog: eine bemerkenswerte Vorkehrung, das soziale Inklusion durch topologische Exklusion ermöglichte. Das Konzept konnte sich aber in der Kinoarchitektur nicht durchsetzen.