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CSI-Effekt

von engl.: CSI effect; CSI = engl. crime scene investigation = Sammlung und Sicherstellung aller Spuren am Tatort

Seit dem Jahr 2000 bannt die von Anthony E. Zuiker u.a. konzipierte und von Jerry Bruckheimer und Kollegen äußerst aufwendig produzierte US-Fernsehserie CSI: Crime Scene Investigation – nunmehr aufgespalten in CSI: Las Vegas und die beiden spin-offs CSI: Miami (2002ff.) und CSI: NY (2004ff.) – eine bis heute stetig wachsende Fangemeinde wöchentlich vor dem Bildschirm. Die amerikanischen Serien zeigen, wie akademisch bestausgebildete Gerichtsmediziner und Forensik-Techniker in ihren Laboratorien und an Tatorten mit einem riesigen Gerätepark unter Anwendung offenbar allerneuester wissenschaftlicher Verfahren und anscheinend ohne finanzielle Beschränkungen auch noch die rätselhafteste Straftat engagiert und hartnäckig aufklären, um der Justiz Beweise zu liefern, mit deren Hilfe selbst die raffiniertesten Verbrecher ihrer Verurteilung zugeführt werden können.
In der Tagespresse, aber auch in juristischen und rechtssoziologischen Fachzeitschriften wird seit einiger Zeit der Umstand diskutiert, dass nicht nur der durchschnittliche Zuschauer der Serien, der ja in der Regel weder Gerichtsmediziner noch Biotechniker oder Jurist ist, sondern auch Schöffen oder Geschworene bei Gericht aufgrund ihrer Kenntnis der CSI-Serien den Realitätsgehalt des dort Gesehenen falsch – bzw. zu optimistisch – beurteilen und die tatsächlichen Möglichkeiten forensischer Normal-Wissenschaft entsprechend überschätzen. Das (vermutete oder reale) Einfordern von technologisch (noch) gar nicht Möglichem als Standard auch für jedes Vorkommen von Alltagskriminalität allein aufgrund einer erzählerischen Fiktion ist das, was der Ausdruck „CSI-Effekt“ meint.

Literatur: Crawley, Melissa: CSI is effecting me. In: Flow 4,5; URL: . – Laskowski, Gregory E.: The CSI effect: good or bad for forensic science. In: The Detail, 14.03.2005; URL: . – Roane, Kit R. / Morrison, Dan: The CSI effect. In: U.S. News & World Report, 25.04.2005; URL: . – Tait, Sue: Autoptic vision and the necrophilic imaginary in CSI. In: International Journal of Cultural Studies 9, 2006, S. 45-62.

Referenzen