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cum shot

eigentlich: come shot

Seit den 1960er Jahren bei der Herstellung pornographischer Bilder und Film verwendete Bezeichnung für Nahaufnahmen von Orgasmen beim Sexualakt. Abgeleitet von einer seit dem 17. Jahrhundert vorhandenen euphemistischen Bedeutung des engl. Verb to come für ‚einen Orgasmus erleben; ejakulieren‘ bzw. vom dazugehörigen Nomen come mit der späteren Bedeutung ‚weibliches Vaginalsekret‘ bzw. (beim Mann) ‚Sperma‘ ist mit dem nunmehr vulgärsprachlich erscheinenden Ausdruck cum shot im Pornofilm diejenige Szenerie gemeint, bei der der Mann – zumindest bei der Abfilmung heterosexuellen Geschlechtsverkehrs – seinen Samen stets außerhalb der Vagina auf dem Körper seiner Partnerin verspritzt, bevorzugt auf das Gesicht (engl. sog. facials), in den Mund, auf Busen oder Bauch. Da das normal produzierte Sperma des Mannes in der Regel nicht in der gewünschten Menge zur Verfügung steht, wird häufig mit technisch hergestelltem Ejakulat (aus Eiweiß) nachgeholfen, so dass einerseits dramaturgisch die Ejakulation (sexualphysiologisch durchaus korrekt) als das für den Mann ultimative erregungslösende Moment beim Sexualakt zusätzlich fetischistisch überhöht wird, der Betrachter aber andererseits schon angesichts der bloßen Menge an extrakorporal produziertem ‚Sperma‘ auf seine eigene Unzulänglichkeit in dieser Hinsicht zurückgeworfen wird. Dramaturgisch notwendig ist der cum shot im Pornofilm wegen seiner Beweiskraft für die „Echtheit“ des Aktes und die Männlichkeit des Protagonisten, der seiner Partnerin bzw. seinen Partnerinnen von seinem „Besten“ gibt, das auch begierig und dankbar angenommen, häufig sogar – wenn auch nur andeutungsweise – verzückt gekostet wird. Der cum shot kann zudem als Benennung der weiblichen Ejakulation dienen und natürlich auch bei homosexuellen Kontakten gezeigt werden. Da er nicht nur dramaturgisch wichtig ist, sondern auch ein erhebliches wirtschaftliches Potential für die Sexfilmindustrie hat – denn alle zahlenden Besucher warten auf die Eruption und wollen sie sehen –, heißt der cum shot in der Sexfilmbranche auch money shot.

Literatur: Ziplow, Steven: The film maker's guide to pornography. New York: Drake Publications 1977.

Referenzen