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Daumenkino

auch: Abblätterbuch; Filoscope; Folioscope; Kineograph; Taschenkinematograph; engl.: flick book, flicker-book; amerik.: flip-book; frz.: feuilletoscope

J.B. Linnett ließ sich 1868 unter dem Namen Kineograph das Abblätterbuch patentieren. Es machte sich den stroboskopischen Effekt zu Nutze: Gezeichnete oder photographische Phasenbilder lagen zusammengeheftet übereinander. Beim raschen Abblättern mit dem Daumen wurde jedes Einzelbild für kurze Zeit sichtbar und gleich darauf vom nächsten Blatt verdeckt. Geschieht dieser Vorgang schnell genug, scheinen sich die Figuren und Formen im Buch zu bewegen. Einer der Pioniere des Daumenkinos war Max Skladanowsky. Er hatte schon 1892 begonnen, Momentaufnahmen herzustellen. Sie zeigten seinen Bruder Eugen z.B. bei Freiübungen. Er vermarktete die Aufnahmen in Form eines von ihm sogenannten Taschenkinematographen. Nach dem Streit mit seinem Bruder (1897) widmete er sich wieder verstärkt dem florierenden Vertrieb von Abblätterbüchern. Frühe Daumenkinos enthielten sogar eigens dafür hergestellte Werbefilme. Als Kinderspielzeug, aber auch zu Werbezwecken werden Daumenkinos bis heute hergestellt.
Weil die immer länger werdenden Szenen in kein Buch mehr passen, entwarf der amerikanische Erfinder Herman Casler eine Abblättermaschine als Guckkastenkino, das Mutoskop, in dem sich eine Walze mit 850 Bildern drehte. 
Sammlung: Eine der grössten Sammlungen von Daumenkinos der Brüder Skladanowski besitzt das Filmmuseum Frankfurt aus der Sammlung von Paul Sauerlaender.
 

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