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Deadline (2)

engl. = Abgabetermin, Lieferungsfrist, endgültiger Termin; auch im Dt. üblich

In der Dramaturgie wird immer dann mit Deadlines gearbeitet, wenn es darum geht, Spannung zu erzeugen. Die begrenzte Zeitfrist, die den Akteuren bis zur Erreichung des meist drohenden Ereignisses gegeben wird, führt nahezu automatisch zur Steigerung der Bemühungen, das Ereignis zu verhindern. Ein Beispiel ist Juggernaut (Großbritannien 1974, Richard Lester), in dem ein Team von Spezialisten in einer äußerst knappen Frist eine ganze Reihe von Bomben entschärfen muss, um ein Schiff zu retten. Möglicherweise arbeiten Filme mit mehreren Deadlines (wie z.B. One Fine Day, USA 1996, Michael
Hoffman, in dem ein Mann und eine Frau ihre Tagestermine genau aufeinander abstimmen müssen, um die Versorgung und Beaufsichtigung ihrer kleinen Kinder koordinieren zu können). Die Deadline kann sich auch auf ein „Glücksziel“ beziehen, wenn etwa eine Figur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas erreichen muss, um eine Gratifikation zu erlangen. Ein Extremfall ist Switch (USA 1991, Blake Edwards), in dem ein chauvinistischer Mann in Gestalt einer Frau auf die Erde zurückkehren kann, um innerhalb einer Frist einen Mann dazu zu bewegen, seine Liebe zu ihm/ihr zu bekennen – dann darf er in den Himmel einkehren und muss nicht in die Hölle.

Literatur: Fuxjäger, Anton: Deadline/Time Lock/Ticking Clock und Last Minute Rescue. Zur Dramaturgie von Fristen und Zeitdruck im populären Film. Diss., Universität Wien 2002.

Referenzen