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DEFA I: Gründung und Organisation

DEFA = Deutsche Film Aktiengesellschaft

Zentral geleitetes staatliches Filmunternehmen, das Produktion, Verleih und Außenhandel von Spiel-, Dokumentar- und Trickfilm in der DDR organisierte. Die Gründung wurde vorbereitet von einem antifaschistischen „Filmaktiv“, das sich am 17.11.1945 auf Empfehlung der Zentralverwaltung für Volksbildung in der SBZ konstituierte (A. Fischer, C. Haacker, H. Klering, A. Lindemann, K. Maetzig, W. Schiller). Die Lizenzübergabe der Sowjetischen Militäradministration wurde am 17.5.1946 im Althoff-Atelier in Potsdam-Babelsberg vollzogen. Der Produktionsstart der ersten deutschen Nachkriegswochenschau war am 15.1.1946 erfolgt. Am 19.2.1946 wurde das erste Sujet des DEFA-Zeichenfilms für die Wochenschau geschaffen (Der U-Bahnschreck). Der Produktionsstart des ersten deutschen Nachkriegsspielfilms Die Mörder sind unter uns erfolgte am 4.5.1946. Der Gründungsstart der DEFA war konsequent antifaschistisch.
Ein DEFA-Nachwuchsstudio für Schauspieler und für Regisseure konstituierte sich 1947/48. Bis zum 1.4.1955, der Gründung des DEFA Trickfilmstudios in Dresden, existierten verschiedene Anläufe der Produktion von Animationsfilmen (Studio Halle, B.J.Böttge, 1951; Babelsberger Puppentrickfilm, 1952).
Bis 1952 wurde die DEFA als deutsch-sowjetische Aktiengesellschaft geführt (80% des Stammkapitals in sowjetischer Hand). Der Verleih wurde bis 1950 von der sowjetischen Firma Sovexport betrieben. Ab 1950 kamen zur DEFA hinzu die deutschen Unternehmen VEB DEFA-Außenhandel und VEB Progress Filmvertrieb. Aufgrund der Beschlüsse des ZK der SED vom September 1952 wurde am 1.10.1952 das Staatliche Komitee für Filmwesen der DDR geschaffen, dem als volkseigene deutsche Betriebe unterstanden: DEFA-Studio für Spielfilme, für Wochenschau und Dokumentarfilme, für Synchronisation, für populärwissenschaftliche Filme (mit Trickfilmproduktion), die DEFA-Kopierwerke, die DEFA-Filmübernahme und Außenhandelsbetriebe. Später kam hinzu die DEFA-Zentralstelle für Filmtechnik. 1954 ging die Leitung des Filmwesens an das Ministerium für Kultur (Hauptverwaltung Film). 

Literatur: Jordan, Günter: DEFA-Wochenschau und Dokumentarfilm 1946-1949. Neuer deutscher Film in der Nachkriegsgesellschaft zwischen Grundlegung und Wandel von Selbstverständnis, Funktion und Gestalt. Diss. Humboldt-Universität, Bereich Theaterwissenschaft 1990. – Mückenberger, Christiane / Jordan, Günther: „Sie sehen selbst, Sie hören selbst...“ Eine Geschichte der DEFA von ihren Anfängen bis 1949. Marburg: Hitzeroth 1994. – Wilkening, Albert: Geschichte der DEFA von 1945-1950. Betriebsgeschichte des VEB DEFA-Studio für Spielfilme. Teil 1. Babelsberg: Selbstvlg. 1981.