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dick flick

auch: dick film / dick movie

Der Ausdruck dick wird im amerikan. Englisch seit dem späten 19. Jahrhundert als vulgärer Ausdruck für ‚Penis‘ verwendet. Zudem gibt es – vermittelt über die Sprache der Afroamerikaner und seit den 1960er Jahren auch der Teenager – die vom Kompositum dickhead ‚Dummkopf‘ abgeleitete und für feministische Zwecke zusätzlich nutzbare figurative Nebenbedeutung ‚Kerl, Schwachkopf, Idiot‘ (auch ‚Schnüffler‘).

(1) Der Ausdruck, der im Laufe der letzten Jahre eine Bedeutungsverschiebung erfahren hat, wurde und wird in der Sexindustrie weitgehend gleichbedeutend mit ‚Porno‘, ‚Sexfilm‘ oder skin flick verwendet und meint ganz konkret pornografische Filme, in denen möglichst viel „dick“ gezeigt wird und die beim Mann das physiologische Phänomen der Erektion hervorrufen und auch zu diesem Zweck betrachtet werden.
(2) Im Zuge der feministischen Filmkritik hat sich die Bedeutung von dick flick (nunmehr als Gegenbegriff zu chick flick verstanden) erheblich gewandelt und meint dann einen Film, der Frauen in protagonistischen Rollen zeigt, zudem aber das sexuelle Interesse – den phallozentrischen Blick – der zuschauenden Männer an diesen Frauen weckt und somit nach feministischer Analyse doch nur wieder die Frau zum Objekt der Begierde macht. Spricht der Film dagegen das Herz der zuschauenden Frauen an, so handelt es sich um einen chick flick. Ein Film kann durchaus als ‚progressiver‘ chick flick intendiert oder – in einer feministischen Lesart – „getarnt“ sein, von Frauen aber als ein phallozentrischer dick flick gelesen und abgelehnt werden. 

Literatur: Corbett, Kevin J.: A kiss is not just a kiss and a dick movie isn’t a date movie but a chick flick is: movie-watching as sociocultural practice in dating and marital relationships. Diss., Bowling Green, Ohio: Bowling Green State University 1997 (Bowling Green State University Doctoral Dissertation, 1717.). – Kajiyama, C. Naomi: disORIENTation: demystifying the representation of women in Crouching Tiger, Hidden Dragon. In: Eyecandy online (Winter 2001). http://eyecandy.ucsc.edu/ecsite/Articles/naomi/page1.html.
 

Referenzen