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Drahtton-Aufzeichnung

Ein Drahttongerät dient zum Speichern von Audiosignalen. Der dänische Physiker Valdemar Poulsen erfand um 1890 (patentiert: 1898) ein Gerät zum Speichern von Tönen auf einem Stahldraht, das er Telegraphon nannte. Da der Rauschabstand aber nur 15dB umfaßte, geriet das Verfahren bald in Vergessenheit. Erst der deutsche Ingenieur Curt Stille begann Ende der 1920er ein Verfahren zu entwickeln, Drahttonaufnahmen mit der Filmvorführung zu synchronisieren (eine Technik, die zum Blattnerphone führte).

Beim Drahtton-Verfahren wird ein Stahldraht wird an einem Elektromagneten vorbeigeführt. Der Elektromagnet ist mit einem Mikrophon verbunden, das die Schallwellen in eine Wechselspannung umwandelt und im Stahldraht durch magnetische Induktion eine bleibende Magnetisierung hinterlässt. Wird der magnetisierte Stahldraht anschließend wieder an dem Elektromagneten vorbeigeführt, wird in diesem eine elektrische Spannung induziert, die in einem an den Elektromagneten angeschlossenen Lautsprecher das ursprüngliche Signal hörbar macht. Drahttongeräte waren in den USA in den 1940er und 1950er Jahren als Apparate der Sprachaufzeichnung recht weit verbreitet. In den 1950er Jahren wurden sie durch Tonbandgeräte verdrängt. Als Drahtmaterial wurden in den 1930er‑Jahren meist Drähte aus Chrom‑Mangan‑Stahl (15% Cr, 12% Mn) verwendet. Der Durchmesser betrug 0,11mm für Musik‑ und 0,22mm für Sprachaufzeichnungen. Später wurde das Mangan durch Nickel ersetzt (18% Cr, 8% Ni), als Stärke wurden Drähte mit 0,09mm Durchmesser verwendet.

Literatur: Sutaner, Hans: Schallplatte und Tonband. Leipzig: Fachbuchverlag 1954, Kap. 5. – Zander, Horst: PC‑gestützte Restaurierung von Audiosignalen. Berlin: Schiele & Schön 2009, S. 161-163. 

Referenzen