Metainformationen zur Seite

dry‑for‑wet

Bei derDry-for-wet-Technikwird der Eindruck, ein Geschehen finde unter Wasser statt, durch geschickte Beleuchtung, den Einsatz farbiger Filter sowie Schwebeteile simuliert, indem in einem mit leichtem Nebel oder Rauch gefüllten Raum im Trockenen gefilmt wird. Werden zudem Ventilatoren in Verbindung mit Zeitlupenaufnehmen eingesetzt, scheinen die Aufnahmen die Verlangsamung der Bewegungen unter Wasser realistische wiederzugeben. Aufsteigende Luftblasen oder unter Wasser lebende Tiere können in der Postproduktion als Digital-Effekte hinzugefügt werden, um die Realismus-Illusion der Aufnahmen noch zu steigern. Dry-for-wet-Techniken werden eingesetzt, um Kosten zu sparen, aber auch, um die Schauspieler nicht unnötiger Gefahr auszusetzen, vor allem aber, um technische Probleme zu lösen (wie etwa die Lichtsetzung, die unter Wasser sehr viel aufwendiger ist, oder die Farbintensität sowie die abnehmende Helligkeit bei steigender Tauchtiefe) oder physikalischen Effekten zu begegnen (der Brechungsindex des Wassers von 1,33 führt zu einer optischen Vergrößerung der Objekte um 25%).

Ein oft berichtetes Beispiel aus der Frühzeit der Technik ist der erste Godzilla-Film (Gojira, 1954, Ishirô Honda), in dem Haruo Nakajima – der Schauspieler, der Godzilla spielte – durch ein Aquarium hindurch gefilmt wurde. Die Technik wurde in den 1960ern in größerem Stil vor allem in TV-Serien und -Filmen eingesetzt (oft mit Modellen und Marionetten, die durch gläserne Wassertanks hindurch gefilmt wurden), wurde in den 1980ern aber auch in der Spielfilmproduktion üblich. Ein frühes Beispiel sind die Aufnahmen mit Carole Bouquet aus dem James-Bond-Film For Your Eyes Only(1981, John Glen): Die Schauspielerin konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht unter Wasser drehen, weshalb ihre Szenen im Trockenen aufgenommen wurden; oder in The Spirit(2008, Frank Miller) war die Hauptdarstellerin Eva Mendes Nichtschwimmerin. Auch viele andere Unterwasser-Filme machten sich in der Folgezeit die Dry-for-wet-Effekte nutzbar (darunter The Abyss, 1989, James Cameron, oder The Hunt for Red October, 1990, John McTiernan). Von besonderer Bedeutung wurden sie in Guillermo del Toros The Shape of Water(2017), in dem die schwebende Bewegung der Figuren und Objekte zu einem eigenen signifikativen Modus des Films wird, der gerade die Irrealität und Traumhaftigkeit der Bilder herausstellt und nicht ihren Realismus vortäuscht. 

Referenzen