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Dufaycolor

Ursprünglich von dem Franzosen Louis Dufay als additatives Farbfilm für Fotografie (1908) entwickelt, bestand das Material aus einer Trägerschicht, einem aus Rot und Grün bestehenden Raster und einer fotografischen Schwarz-Weiß-Emulsion. Die Emulsion wurde durch die Azetatschicht und das Raster belichtet. Im Jahre 1926 kaufte die englische Firma Spicer die Patente, um einen Farbkinofilm zu entwickeln, welchen sie im Jahre 1931 der Royal Photographic Society als billige Alternative zu Technicolor vorstellte. Das Raster bestand jetzt aus parallellaufenden Rot/Grün-Streifen und dazu vertikal gestellten Blaustreifen. Doch es gab technische Probleme: Zum einen war das Raster auf der Leinwand sichtbar; zum anderen entstand ein zu dunkles Bild, weil Träger und Raster in der Projektion zu viel Licht absorbierten, weil die Emulsion in der äußeren (statt in der inneren) Schicht war – das Licht musste also zuerst durch den Träger projiziert werden. Dennoch investierte die Firma Ilford in die Technologie. Im April 1934 brachte die neugegründete Spicer Dufay (British) Ltd. sowohl einen 16mm- als auch einen 35mm-Dufaycolorfilm auf dem Markt. Aber es war vor allem die britsche Amateur- und Dokumentarfilmbewegung der 1930er Jahre, die Dufaycolor einsetzte. Mit Ausbruch des Krieges musste die Produktion eingestellt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Firma den Anschluss an ihre technisch überlegenen Konkurrenten (Kodachrome) nicht mehr finden. 

Literatur: Cornwell-Clyne, Major Adrian: Colour Cinematography. 3rd ed. London: Chapman & Hall 1951, S. 414-416 und 417. – Simon Brown: Dufaycolor – The Spectacle of Reality and British National Cinema. http://www.bftv.ac.uk/projects/dufaycolor.htm.
 

Referenzen