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Ealing-Komödie

Der Begriff leitet sich ab von den berühmten Ealing Studios in London, die in den 50er und 60er Jahren Komödien produzierten, die stilbildend waren. 1931 gegründet als „Associated Talking Pictures“ von Theaterregisseur Basil Dean in Ealing Green. Die Ealing Studios wurden 1957 von der BBC aufgekauft, ironischerweise, da gerade das Fernsehen zu den Schwierigkeiten der englischen Filmstudios beigetragen hatte.
Die Komödien haben bisweilen einen sozialen Hintergrund, da sie oft im Millieu kleiner Leute spielen, deren Mut und Stehvermögen zeigen, und ebenfalls häufig einen David-gegen-Goliath-Kampf beinhalten. Als erste Ealing-Komödie gilt Hue and cry (1947) von Charles Chrichton. In The Lavender Hill Mob von 1951 spielt Alec Guinness einen kleinen Bankangestellten, der gestohlenes Gold als Eifelturmmodelle schmuggeln will. The Titfield Thunderbolt (1953) handelt vom Kampf einer exzentrischen Dorfgemeinde um ihre Lokalbahn gegen die British Rail Company. Die vielleicht bekannteste Ealing-Komödie ist vermutlich The Ladykilers, in der vier Gauner nach geglücktem Raub erst ihre alte Vermieterin umbringen wollen und dann in Neid und Zwietracht sich gegenseitig vernichten.
Chrichton, der 1988 ein Comeback hatte mit A Fish called Wanda hatte, sagte: „People think that if you're directing comedy you've got to be funny. On the contrary, you've got to be serious.“
Fast alle englischen Komödien beziehen sich auf die Komödien der Ealing-Studios – sei es im Plot, sei es in Anspielungen. Beispiele sind: Funny Bones (1994), Full Monty (1997), Brassed Off (1996), Waking Ned Devine (1998).