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Eastern: Hollywood-Eastern

Die Genrebezeichnung Eastern wird mitunter (besonders in den USA) auch verwendet für die Inszenierung orientalischer Schauplätze im Hollywoodkino. Unter solchen Hollywood-Eastern sind im weitesten Sinne Abenteuerfilme zu verstehen, die im Orient, d.h. im Nahen und Mittleren Osten spielen – von schwül-romantischen Wüstenabenteuern wie The Sheik (1921) bis zu Fremdenlegionärsfilmen wie Beau Geste (1939). Besonders zutreffend ist der Terminus für Abenteuerfilme nach Motiven aus „1001 Nacht“, wie sie vor allem in den 1940er und 1950er Jahren – in der Nachfolge von Alexander Kordas Erfolgsfilm The Thief of Bagdad (1940) – populär waren. Solche Filme wurden als frühe Technicolor-Abenteuer vor allem von den Universal Studios und Columbia produziert und wiesen sowohl in ihrer Ästhetik als auch in ihren Handlungsmustern starke Ähnlichkeiten zu anderen Spielarten des Swashbuckler-Abenteuers (wie dem Piraten-, dem Ritter- und dem Mantel-und-Degen-Film) auf. Als orientalische Landschaften wurden dieselben Drehorte in der kalifornischen Wüste verwendet, wie sie auch im Western auftauchen, was bereits rein visuell Parallelen zwischen diesem und dem Hollywood-Eastern bedingt. Aber auch bestimmte Handlungsmotive in den Eastern erinnern mitunter an den Western: der Mann aus der Wüste (bzw. Prärie), der in einer von einem Schurken beherrschten Stadt für Gerechtigkeit sorgt (Ali Baba and the Forty Thieves, 1944, Arthur Lubin; The Desert Hawk, 1950, Frederick DeCordova), die Rache für den Mord an einem Familienangehörigen (The Golden Blade, 1952; Nathan Juran) oder das Zähmen eines legendären Wildpferdes (The Flame of Araby, 1951, Charles Lamont). Daneben entwickeln die Hollywood-Eastern eine Reihe eigener Standardszenen, die zur Orientalisierung der abenteuerlichen Handlungen beitragen (wie orientalistische Tanzszenen oder das Eindringen der Helden in Harems).
Stars der Genres waren vor allem Akteure, die auch in anderen frühen Technicolor-Abenteuern Erfolge feiern konnten, wie etwa Maria Montez (Arabian Nights, 1942; Ali Baba and the Forty Thieves, 1944), Maureen O’Hara (Sindbad the Sailor, 1947; Baghdad, 1949; The Flame of Araby, 1951), Tony Curtis (The Prince Who Was a Thief, 1951; Son of Ali Baba, 1952) oder Rock Hudson (The Desert Hawk, 1950; The Golden Blade, 1953).

Literatur: Eisele, John C.: The Wild East. Deconstructing the Language of Genre in the Hollywood-Eastern. In: Cinema Journal 41,4, Summer 2002, S. 68-94. – Bernstein, Matthew / Studlar, Gaylyn: Visions of the East. Orientalism in Film. New Brunswick: Rutgers University Press 1997.

Referenzen