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Electrical Research Products, Inc. (ERPI)

ERPI wurde am 20.12.1926 als Tochterfirma von Western Electric und AT&T gegründet, um das Vitaphone-Tonfilm-Verfahren am Markt durchzusetzen und um den Vertrieb von Zubehör (Lautsprecher, Verstärker, Mikrophone etc.) für Tonfilm zu professionalisieren und zu monopolisieren; zuvor waren die Equipment-Rechte, die Zubehör-Fertigung und die Handelsfirmen der Vitaphone von den Warner Bros. zurückgekauft worden. Der Name Vitaphone wurde aber weiterhin von Warner Bros. als Bezeichnung ihres Tonsystems verwendet. Am 31.12.1926 kam es zudem zu einem Vertrag mit Fox, das Movietone-System (ein Lichtton-Verfahren im Gegensatz zum Nadeltonverfahren des Vitaphone) weiterzuentwickeln. Im Sommer 1927 baute die Entwicklungsabteilung von ERPI dann tatsächlich die Lichtton-Installation im Fox Movietone Studio in New York auf; die Betreuung hatten Ingenieure der Bell Telephone Laboratories übernommen. Die technischen Vorgaben, die ERPI gab, waren aber so hart, dass Fox an dem älteren Case-Verfahren (Movietone) festhielt.
Im April und Mai 1928 konnte ERPI Verträge mit den fünf Major-Studios schließen, so dass einer nationalen Verbreitung des Vitaphone-Verfahrens – aber auch der Lichtton-Technik - nichts mehr im Wege stand (die Kino-Umbauten der ERPI ermöglichten konsequenterweise beide Verfahren). Andere Firmen (wie Fox, Christie, Hal Roach) schlossen sich an den Vitaphone-Vertrag an – Victor und First National nannten das Verfahren Firnatone. Angesichts der 234 Ton-Verfahren, die 1929 nachweisbar waren, war der Kampf um die Wahrung von Patenten und Copyrights eine der Hauptaufgaben der ERPI. Als z.B. Warner im Januar 1929 Kontakte zu Pacent aufnahm und sich für das Pacent-Tonsystem interessierte, nahm ERPI wegen Copyright-Verletzungen sofort einen Rechtsstreit gegen Pacent auf.
Das Equipment war nun nach den beiden Standards von RCA oder ERPI standardisiert. Der Rest des Jahres erlebte die Umrüstung fast aller größeren Studios auf Tonfilm-Formate. Am Ende des Jahres hatte ERPI außerdem 1.046 Kinos umgerüstet, von denen nur 14 nicht auch Lichtton-Formate wiedergeben konnten. Ende 1929 waren es gar 4.393 (von 8.741) Kinos geworden (neben 1.200 Kinos in Europa), die von ERPI und RCA umgerüstet worden waren.
ERPI gab eine Zeitschrift zur Tonfilm-Technik heraus (The Erpigram).Die Firma gewann zwischen 1931 und 1935 fünf Technik-Oscars. Die Firma wurde 1937 aufgelöst; der Firmenname wurde aber im Rechte- und Lizenzhandel länger verwendet.