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Elektrodermale Aktivität

abgekürzt: EDA; auch: psychogalvanische Reaktionsmessung(PGR) oder hautgalvanische (HGR) Reaktionsmessung

Oberbegriff für verschiedene Aspekte und Meßgrößen von Leitfähigkeits‑ und Potentialänderungen der Haut, die bei verschiedenen Reizen und Aufgaben zu beobachten (wie auch der Besichtigung von Filmen); sie sind ein sensibler vegetativer Indikator psychophysischer Aktivierung. Die elektrische Leitfähigkeit der Haut wird zwischen zwei Elektroden gemessen, an der Handfläche oder an den mittleren Fingergliedern befestigt werden.

meist zusammen mit anderen Parametern. Die EDA steht physiologisch im Zusammenhang mit der Funktion der Schweißdrüsen und korreliert mit der Hautfeuchte und der Hauttemperatur. Sie ist sensibles physiologisches Maß für die Neuheit bzw. Bedeutung eines Reizes (wird bei Wiederholung also habitualisiert und deutlich abgeschwächt), u.a. zur Erhebung von emotionaler Anrührung, Stressreaktionen u.ä. in der physiologischen Medienwirkungsforschung. Die Messung der elektrodermalen Reaktion (EDR) erfolgt meistens in Verbindung mit Messungen der Atem- und Herzfrequenz, oft auch mit Techniken des lauten Denkens.

Korrespondierend ansteigende Hautleitfähigkeit und Herzfrequenz werden meist als Indikatoren der Verhaltensaktivierung (Behavioral  Activation  System, BAS) angesehen, der gegensinnige Verlauf als Verhaltensblockade (Behavioral Inhibition System, BIS). Letztere steht in Korrelation zu Angst und intensiver kognitiver Aktivität. Getestet wurde die These in Korrelation mit verschiedenen dramaturgischen Bedingungen – es geht z.B. um Bedrohungsszenarien in Filmen, die einmal mit einer reellen Fluchtmöglichkeit  und  andererseits  mit  keiner  sofort  vollziehbaren  reellen  Handlungschance für die Protagonisten verknüpft waren. Bei der Option „keinen Fluchtmöglichkeiten“ reagierten  die  Probanden  mit  erhöhter  Hautleitfähigkeit  und  gleichzeitigem  Absinken der  Herzfrequenz, bei „Fluchtmöglichkeiten“ dagegen mit  Erregung der Hautleitfähigkeit und Aktivierung der Herzfrequenz.

Literatur: Fahr, Andreas / Hofer, Matthias: Psychophysiologische Messmethoden. In: Daniela Schlütz / Möhring, Wiebke (Hrsg.): Handbuch standardisierte Erhebungsverfahren in der Kommunikationswissenschaft. Wiesbaden: Springer VS 2013, S. 347‑365.