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Englische Komödie: Film-Fernseh-Interaktion

Schon in den 1950er Jahren machte sich der Einfluss des Konkurrenzmediums Fernsehen bemerkbar: Stilprägend wurden Einzelfiguren wie Norman Wisdom, der durch das Fernsehen berühmt geworden war. Der Prozess konnte sich auch umkehren, wie im Falle der Brüder Boulting, die in den 1950er Jahren satirische Filme produziert hatten, die Filmproduktion aber aufgaben, als in den 1960ern das Fernsehen eigene satirische Serien entwickelte. Für Boulting arbeiteten u.a. Ian Carmichael und Peter Sellers; Sellers wurde später berühmt in den Pink-Panther-Filmen, überragend war er in Kubricks schwarzer Komödie Dr. Strangelove (1964).
Die Auswirkungen des Fernsehens zeigen sich später in den Monty-Python-Filmen. Die Gruppe war bekannt geworden durch eine BBC-Serie (1969-74) mit skurrilen Sketchen. Die dort entwickelte Komik setzten sie in fünf Spielfilmen fort, u.a. Monty Python and the Holy Grail (1975) oder Monty Python's Life of Brian (1979). Der Name Monty Python steht für eine Mischung aus Slapstick, Kalauern und ironischen Wortspielen sowie absurden Dialogen. Die Pythons veralberten liebgewordene Traditionen und scheuten auch keine Tabubrüche. Einzelne Mitglieder der Gruppe (zu nennen sind v.a. Terry Gilliam, Michael Palin und John Cleese) haben als Drehbuchautoren, Regisseure oder Darsteller bis in die 1990er Jahre weiter komische Filme produziert. Fortgeführt wurde dieser Strang britischen Humors durch Rowan Atkinson (Fernseh-Sketche, Spielfilm Bean, 1997).

Literatur: Thompson, John O. (Hrsg.): Monty Python: Complete and Utter Theory of the Grotesque. London: British Film Institute 1982. – Palmer, Jerry: The logic of the absurd. On film and television comedy. London: BFI Publishing 1987.