Metainformationen zur Seite
  •  

Erzähler (1)

Literaturwissenschaftliches Modell der kommunikativen Instanz, die einen Text hervorbringt, das häufig auf den Film übertragen wird. Genette macht den Unterschied zwischen einem extradiegetischen Erzähler, der selbst nicht zur Diegese gehört, und einem intradiegetischen Erzähler, der eine Figur in seiner eigenen Erzählung ist; weil der intradiegetische Erzähler in der Doppelung als Erzähler und als Figur der Erzählung auftritt, spricht Genette in dem Falle von einer metadiegetischen Figur. Besonders kompliziert werden die Verhältnisse, wenn ein erster Erzähler von der Begegnung mit einem zweiten Erzähler erzählt, der seinerseits in der Erzählung eine zweite Erzählung beginnt; derartige Schachtelungen hat der Roman Die Handschrift von Saragossa von Jan Potocki (1815) wohl am extremsten auf die Spitze getrieben (verfilmt von Wojciech Jerzy Has, Polen 1964).

Literatur: Genette, Gérard: Discours du récit. In: Figures III. Paris: Seuil 1972. Dt. in: Die Erzählung. München: Fink 1994, 2. Aufl. 1998, Kap. 5: Stimme.

Referenzen