Metainformationen zur Seite

Eumig

Alois Handler, Karl Vockenhuber und Adolf Halpern, der den Großteil der finanziellen Mittel einbrachte, gründeten am 22.2.1919 in Wien die Firma Eumig, die zunächst Feuerzeuge aus Patronenhülsen, Zigarettendosen, diverse Elektromaterialien und ähnliches produzierte. 1924 beginnt Eumig mit der Produktion von Rundfunkgeräten. Das Radiogerät „Low Loss Detektor Empfänger“ wird 1924, das „Eumig Baby“ 1925, der Drei-Röhren-Empfänger „Eumig Hartley“ 1926 vorgestellt – die Produktion mündete 1939 in Volksempfänger-Produktion ein. Der Firmenmitbegründer Adolf Halpern wird 1926 ausbezahlt und scheidet aus der Firma aus. 1928 entstehen erste Pläne, Filmgeräte auf den Markt zu bringen. Der Eumig-P1 wird 1931 der erste 16mm-Filmprojektor der Firma; der Projektor P2 für 16mm- und 9,5mm-Material folgte 1934, der P3 für 16-, 9,5- und 8mm-Material 1936. Es folgt die Kamera Eumig-C1 für 9,5mm-Film (1932), die C2 - die erste Filmkamera der Welt mit halbautomatischer Nachführbelichtungsregelung – im Jahre 1935. Die C3, die 1937 vorgestellt wurde und die mehr als 300.000 Mal gebaut wurde, hatte Federwerksantrieb, die ebenfalls 1937 ausgeliferte C4 war die erste Amateurkamera der Welt mit Elektromotor.
Nach dem zweiten Weltkrieg – 1945 war das Wiener Werk durch Bomben zerstört worden – nahm die Firma zunächst die Produktion von Elektrokochern und Heizstrahlern, kurz darauf auch die von Radios wieder auf. Bald lief auf die Kamera- und Projektorenproduktion wieder an. 1949 begann man, eine eigene Optik-Abteilung zur Objektiv-Herstellung aufzubauen. Der Bau von Photoapparaten („Eumigetta“), später von Fernsehapparaten komplettierte das Angebot. Die technische Finesse der Eumig-Kameras und -Projektoren blieb Programm, was sich auch an den Hunderten von Patentanmeldungen ablesen ließ: Der P8, der 1954 vorgestellt wurde, war der erste Projektor der Welt mit 12V-Niedervoltbeleuchtungssystem, die 1959 ausgelieferte Kamera „Servomatic“ hat eine Belichtungsvollautomatik, die C5 (1961) hatte erstmals ein Zoomobjektiv (10-40mm), die C6 (1963) das automatische Scharfstellungssystem Servofocus; der Eimig-Mark-DL war der erste Projektor der Welt mit Kaltlichtspiegel-Halogenlampe (1966); die Eumig-Mini (1971) wurde als Kleinstkamera 400.000 Mal gebaut. 1956 wurde die 40-Stunden-Woche bei Eumig eingeführt. In den 1960er Jahren war Eumig der einzige europäische Hersteller mit komplettem Filmgeräteprogramm für Super-8-Film. 1969 übernahm Eumig die Schweizer Firma Bolex. 1971 begann man mit der Entwicklung von Videotechnologie. 1975 wurde die Firma zum größten Projektorenhersteller der Welt (500.000 Einheiten/Jahr). Nach diversen Krisen musste 1981 der Konkurs angemeldet werden – 1985 wurde die Firma endgültig aufgelöst.

Weitere Information: http://www.fuchsberg.at/eumig/pandreas/members.nusurf.at/pandreas/eumig-museum/index.html.