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EVR-System

In den 1960er Jahren von CBS, USA, unter Leitung von Peter C. Goldmark entwickeltes Fernsehwiedergabesystem (Electronic Video Recording) mit Filmkassette. Es bediente sich eines speziellen unempfindlichen Schwarz/Weiß-Masterfilms mit hohem Auflösungsvermögen zur direkten Aufzeichnung der Bildinformationen mit Hilfe eines stark fokussierten Elektronenstrahls, der durch codierte Farbfernsehsignale gesteuert wurde. Der Film enthielt nebeneinander eine als Bild erkennbare Luminanz-(Helligkeits-)Spur und eine codierte Chrominanz-(Farbwerte-)Spur und wurde in einer Spezialanlage auf 8,75mm breite Kassettenfilme (silberfreie Diazofarbstoff-Filme) kopiert. In der Schwarz/Weiß-Version des Verfahrens wurde der Film mit beiden Spuren für die (fortgesetzte) Bildaufzeichnung genutzt.
Der EVR-Kassettenfilm wurde in einem damals von mehreren Herstellern, darunter Bosch (BRD), gelieferten Teleplayer-Gerät von einem Elektronenstrahl abgetastet und über TV-Heimgeräte wiedergegeben. Das EVR-System wurde 1970 erstmals in einer farbtüchtigen Ausführung vorgeführt. 1971 wurde in den USA mit dem Verkauf von Teleplayern begonnen. Es war somit ein Vorläufer von Homevideo-Systemen.