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Exotisches Melodrama

Ein Melodrama, das im Dschungel, am Amazonas, in der Wüste oder anderen exotischen Schauplätzen spielt und das dieses Ambiente als Symbol für die entfesselten Gefühle nutzt. Es amalgamiert Exotismus und Melodram, funktionalisiert die exotische Fremde zum Bild oder Symbol einer eigenen Gefühlswelt oder besonderer Affekte der Akteure. Die oft nur mäßig realitätsnahe Inszenierung der fremden Kultur dient dabei den Zwecken des melodramatischen, d.h. emotionalen Konflikts und seiner farbigen Orchestrierung.
Das exotische Melodrama ist dann gleichzeitig ein exzessives Melodrama, wenn die Inszenierung emotionaler Wechselbäder und Umschwünge in einer maximalen Orchestrierung formaler Parameter daherkommt.

Beispiele: The Garden of Allah (USA 1936, Richard Boleslawski); The Nun‘s Story (USA 1959, Fred Zinnemann); A Passage to India (Großbritannien 1984, David Lean).