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Exploitation: Verfahren

Das Prinzip der Exploitation basiert darauf, ein einzelnes Element – dabei kann es sich um Rock‘n‘roll-Musik, Nacktheit, explizite Gewalttätigkeit, um Motorradvereine oder auch lesbischen Vampirismus und dergleichen handeln – in den Mittelpunkt einer Pseudo-Geschichte zu stellen, um seine tabuverletzenden Potentiale oder allgemeiner seine Publikumsattraktivität auszubeuten, ohne dass man dabei auf die Regeln konventionellen Erzählens achten müsste. Es hat sich an zahlreichen Stoffen entfaltet und wird durch ein gleichbleibenden Wortbildungsmuster ausgewiesen, das zahllose Augenblicksbildungen zulässt: man kennt die exploitierende Darstellung von Schwarzen (blaxploitation), von Nazis (Naziploitation), von Nonnen und Klöstern (nunsploitation), von Sexualität (sexploitation), des Todes und des Sterbens (deathploitation) oder auch vonTürken (turkploitation oder gar Türkploitation) oder Mexikanern (mexploitation). Das Prinzip der Exploitation ist nicht vom Stoff abhängig, sondern bezeichnet eine besondere Form des Umgangs mit Publikumserwartungen, Regeln des Geschmacks und den Konventionen des Erzählens.

Literatur: Brottman, Mikita: Offensive films. Toward an anthropology of cinéma vomitif. Westport, Conn. [...]: Greenwood Press 1997.
 

Referenzen