Metainformationen zur Seite

fait filmique / fait cinématographique

dt. etwa: „filmische Tatsache/Tatbestand/Faktum“

Die Unterscheidung von fait filmique und fait cinématographique wurde 1946 von Gilbert Cohen-Séat eingeführt. Die „filmische Tatsache“ bezieht sich auf die Gesamtheit dessen, was dem Film als Ausdrucksmittel, Diskurs oder ,Sprache‘ eigen ist. Dagegen umfasst die „kinematographische Tatsache“ alles, was mit der sozialen und institutionellen Existenz des Mediums zusammenhängt (Ökonomie, Technologie, Biografisches etc.) bzw. aus ihm resultiert (Publikumssoziologie, Rezeptionsforschung, Starkult, Zensurmaßnahmen etc.). Cohen-Séat beschrieb das Kino als ein dem Film äußerliches Phänomen, das den eigentlichen Film lediglich umgibt. Dagegen versucht Christian Metz, ein „cinéma im Inneren des fait filmique“ zu identifizieren – gemeint ist bei ihm die Gesamtheit der Filme und sodann ein einzigartiges System, das diese Gesamtheit zusammenfassen soll.

Literatur: Cohen-Séat, Gilbert: Essai sur les principes d'une philosophie du cinéma I. Introduction générale: Notions fondamentales et vocabulaire de filmologie. Paris: Presses Universitaires de France 1946. – Metz, Christian: Langage et Cinéma. Paris: Larousse 1971. Dt.: Sprache und Film. Frankfurt: Athenäum 1973.