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Fantasy-Film II

Das Kino hatte von Beginn an eine Affinität zu phantastischen Stoffen aus Sagen, Mythen, Märchen, Schauergeschichte u.ä., die um außer- oder überirdische Vorgänge und Figuren kreisen. Der Fantasyfilm bezieht sich explizit auf diese Quellen und spielt mit deren Motiven. In seiner Erzählwelt tauchen phantastische Elemente auf, die nicht der Realität entstammen – Kobolde und Elfen, Monstren und Mutanten, Zeitreisen und Metamorphosen, das zweite Gesicht und Voodoo-Zauber. Neben abenteuerlichen (King Kong, 1933) und komödiantischen Varianten (The Thief of Baghdad, 1940) hat der Fantasyfilm sich explizit der Sagen- und Märchenadaption verschrieben (Nibelungen, 1924), präsentiert aber auch Verfilmungen der neuen phantastischen Literatur (Lord of the Rings, 1977, 2001-03, Die unendliche Geschichte, 1984). Im Extremfall bildet das Kino eigene Mythenwelten aus (Star Wars, 1977ff), thematisiert auch Amalgamierungen von subjektiver und phantastischer Realität (The Company of Wolves, 1984). Der Antik- und Barbarenfilm (Conan the Barbarian, 1982) enthält viele Fantasy-Elemente. Oft werden Science Fiction und Horrorfilm als Subgenres des Fantasy-Films angesehen. Allerdings ist das geschürte Affektpotenzial weniger angstzentriert als beim Horrorfilm, da es mehr um das Imaginative, Bizarre oder auch um Action und das Ausstellen von Special Effects geht, weniger um die Darstellung von Schrecken oder Blutrünstigkeit. Im Gegensatz zur Science Fiction, die auf wissenschaftliche Erklärungsmuster für die nicht dem zeitgenössischen Realitätsbegriff entsprechenden Ereignisse zurückgreift, zieht die mit der Fantasy verwandte europäische Phantastik gern okkultes Wissen heran.

Literatur: Justice, Keith L. (Comp.): Science fiction, fantasy and horror reference. An annotated bibliography of works about literature and film. Chicago [...]: St. James Press 1989. – Leutrat, Jean-Louis: Vie des fantômes. Le fantastique au cinéma. Paris: Ed. de l'Etoile/Cahiers du Cinéma 1995.

Referenzen