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Farbfilm (technisch) I

Seit 1900 wurden über 50 grundverschiedene Farbfilm-Verfahren ausgearbeitet. Die Entwicklung ging von additiv zu subtraktiv, also von den komplizierten mechanisch-optischen sowie Rasterverfahren zu den chemischen Verfahren, von Spezial- zu Standardtechniken bei Aufnahme, Verarbeitung und Projektion. Manche Verfahren glichen sich mehr oder weniger stark, auch wenn jeweils andere Erfinder und andere Ursprungsländer dafür genannt wurden. Viele ältere Verfahren kamen kaum oder gar nicht zum praktischen Einsatz, insbesondere nicht für abendfüllende Spielfilme; sie werden aber in diesem Lexikon der Vollständigkeit halber auch berücksichtigt.
Aus dem lange Zeit bestehenden Nebeneinander von Verfahren ist spätestens 1978 - also mit der vorläufigen Aufgabe des dann ab 1998 noch mal für kurze Zeit und beschränktem Umfange wieder in Hollywood praktizierten Technicolor-Druckprozesses im Jahre 2003 - eine Konkurrenz verschiedener Filmfabrikate auf gemeinsamer Grundlage (Mehrschichtenfilme mit chromogener Entwicklung) geworden. Inzwischen sind es nur noch wenige Fabrikate von Agfa-Gevaert, Fujifilm, Kodak und Lucky (China), die sich auf dem Markt gehalten haben, und es sind digitale Techniken bei Aufnahme und Projektion eingeführt worden. Angaben, mit welchem Filmmaterial ein Kinofilm gedreht wurde, findet man heute allenfalls noch gegen Schluss des umfangreichen Nachspanns, während der stolze Hinweis auf Technicolor, Agfacolor, Eastman Color usw. früher schon im Vorspann sowie auf Filmplakaten und Filmprogramm-Heften zu lesen war – Farben im Film sind eben selbstverständlich geworden.
Farbige Amateur-Schmalfilme, die es mit dem Kodacolor Linsenrasterfilm bereits seit 1928 gab und die ab 1935 durch die Einführung von Kodachrome einen starken Durchbruch erfuhren, sind in jüngerer Zeit schnell und weitgehend durch Camcorder mit Aufzeichnung zunächst auf Videokassetten und schließlich auf DVD und Festplatte ersetzt worden. Auch das Farbfernsehen, 1953 in den USA, 1955 in Japan und 1967 in (West-)Deutschland eingeführt, hat den technologischen Übergang von Filmen mit speziell für seine Zwecke geschaffenen Materialien wie Kodak Ektachrome Video News und Gevachrome zu magnetischer und schließlich zu digitaler Aufzeichnung erlebt.

Von Barbara Flückiger kompilierter chronologischer Überblick über die Farbfilmverfahren: URL: http://www.zauberklang.ch/colorsys.php?kat=All&pg=1.