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Farbkorrektur

engl.: color timing, color correction, color matching; frz.: étalonnage

Traditionellerweise wird das belichtete Material im Kopierwerk „lichtbestimmt“, um die einzelnen Schnipsel zu einer einheitlichen Helligkeit zusammenzuführen. Daneben lässt sich auch die Farbe der Kopie anpassen und sogar „korrigieren“, wenn man sie verändern will. Dazu stehen im Kopierwerk verschiedene Verfahren zur Verfügung. (1) Die sogenannte Bleichbadüberbrückung kann sowohl bei der Entwicklung der Negative als auch bei der Herstellung der Positivkopie vorgenommen werden. Dabei wird in die chemische Konsistenz der Kopie eingegriffen, um die Farben stumpfer und verblasster aussehen zu lassen. Bleichbäder bestehen aus Wasser, Ammonium-Eisen, Ammoniumbromid und Mercaptotriazol. Sie werden nach der Farbentwicklung eingesetzt und wandeln entwickeltes, metallisches Silber in leichtlösliches Silbersalz, das im Fixierbad bzw. in der anschließenden Wässerung ausgewaschen wird. Die Farben wirken danach gedeckter, als wäre Schwarz beigemischt; oft gewinnen sie einen „rauhen“ Charakter. (2) Auf der optischen Bank werden Schwarzweiß- und Farbzwischenkopien übereinander kopiert; dazu werden zunächst vom Farbnegativ ein schwarzweißes Zwischenpositiv sowie ein farbiges Intermed-Positiv hergestellt. Im nächsten Schritt werden beide Materialien auf ein Negativmaterial kopiert. Je nach Anteil des schwarzweißen und des farbigen Materials kann man von reinem Schwarzweiß bis zur vollen Farbigkeit alle Zwischenstufen wählen. Ein zur Hälfte schwarzweißer und zur Hälfte farbiger Anteil erzeugt z.B. einen sehr überzeugenden historische Eindruck. Der Prozess ist aufwendig und teuer und wird nur selten eingesetzt.
Auf elektronischem Material hergestellte Filme werden auf dem Computer farbkorrigiert. Dabei werden im einfachsten Fall die Gradationskurven der Einzelfarben verändert. Außerdem lassen sich Teilsektoren des Bildfeldes festlegen, in denen die Farbveränderung gelten soll.

Literatur: Staes, Karel. Lichtquellen als Teil des farbphotographischen Systems. Fernseh- und Kino-Technik 33,10, 1979, S. 349-55. – Stinson, Jim. Color temperature in the Digital Age. In: Videomaker 15,6, 2001, S. 66-71. – Wargalla, Hennig: Farbkorrektur in Photoshop und Scan-Programmen. Bonn: MITP Vlg. 1999. Mehrere Neuaufl.

Referenzen