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Farbverfahren im Stummfilm III: Filter

Filter (inkorporiert): Aus der Virage entwickeln sich zwei verfeinerte Methoden der Farbgebung, die jeweils auf Filter bei der Aufnahme des Bildes setzen, bei der Wiedergabe jedoch unterschiedlich vorgehen. Zur Produktion: Zwei- bis dreifarbige Filter, die vor dem Objektiv rotieren, absorbieren einen Teil des Lichtes und lassen nur Lichtstrahlen einer bestimmten Wellenlänge hindurch. Ein schwarzweißes Negativ mit hintereinander angeordneten Auszügen von zwei bzw. drei Farben entsteht, von dem ein Positiv gezogen wird. Zur Projektion: Bei Verfahren wie u.a. dem englischen Biocolour wird die Kopie Bild für Bild abwechselnd mit dem korrespondierenden Farbton – hier Rot und Grün – eingefärbt. Beim englischen Kinemacolor (Rot, Grün) und der französischen Chronochrome-Methode (Rot, Grün, Blau) von Gaumont wird die Aufnahme durch vor dem Objektiv rotierende Filter projiziert. Bei allen drei Patenten vereinigen sich die zwei bzw. drei hintereinander auf demselben Filmstreifen liegenden Farbauszüge auf der Leinwand. Während die Kombination von Rot-Grün noch nicht den gewünschten Grad von Realismus erreicht, ergibt die Rot-Grün-Blau-Verbindung ein authentisch wirkendes Abbild der Natur. Eine spätere Anwendung derselben Methode bietet das deutsche Horst-Verfahren.

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