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Fernsehfilm

auch: TV-Film, neuerdings oft: movie for television

Mit ‚Fernsehfilm‘ werden Filme bezeichnet (früher meist auf 16mm-, heute mehr auf 35mm-Film), die speziell für die Ausstrahlung hergestellt worden sind. In Deutschland werden gegenwärtig jährlich zwischen 150 und 220 Fernsehfilme (ohne Serienfolgen) produziert und gesendet, also sehr viel mehr als Kinofilme. Historisch geht der fiktionale Fernsehfilm in Deutschland aus dem elektronisch produzierten Fernsehspiel (tv play) hervor. 1957 dreht der Süddeutsche Rundfunk den ersten Fernsehfilm (Der Richter und sein Henker, nach Dürrenmatt, Regie: Franz Peter Wirth), weil die Zahl der Außenaufnahmen nicht mehr mit Hilfe von Filmeinblendungen im elektronischen Spiel zu realisieren war. Danach setzte sich in den 1960er und 1970er Jahren der Film als Produktionsmittel im deutschen Fernsehspiel durch.
Gegenüber dem studiogebundenen elektronischen Fernsehspiel konnte der Fernsehfilm (durch seine Außenaufnahmen) realitätsnäher und durch den filmischen Schnitt schneller und dynamischer erzählen. Auch mit der Verbesserung der elektronischen Technik hat sich der Film als Produktionsmittel im fiktionalen Bereich behauptet. Seit den 1980er Jahren werden kaum noch elektronische Fernsehspiele produziert.
Der Fernsehfilm erzählt seine Geschichten in der Regel gegenwarts- und alltagsnäher und ist stärker auf ein altersmäßig gemischtes Publikum ausgerichtet. Der fiktionale Fernsehfilm schien lange Zeit ein besonderes Angebot der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zu sein, seit den 1990er Jahren senden aber auch die privatrechtlichen Anbieter Fernsehfilme, die sie unter dem Label ‚TV-Movie‘ vermarkten und sich vom öffentlich-rechtlichen Fernsehfilm besonders durch kinobezogene Effekte absetzen. 

Literatur: Netenjakob, Egon: TV-Filmlexikon. Regisseure, Autoren, Dramaturgen 1952-1992. Frankfurt: Fischer Taschenbuch 1994. – Hickethier, Knut: Das Fernsehspiel der Bundesrepublik. Stuttgart: Metzler 1980.
 

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