Metainformationen zur Seite

Film-ABC

Die Rede vom Film-ABC signalisiert den Stellenwert der Sprache als Referenzparadigma für die formalistische Filmtheorie der 1920er Jahre: „Jede Kunst, die in der Zeit wahrgenommen wird, muss eine bestimmte Artikulation besitzen, da sie in irgendeiner Weise Sprache ist“ (Ejchenbaum). In Abkehr von ausdrucksästhetischen Vorstellungen verstehen die Formalisten den Film als Medium der Kommunikation, dessen Regeln es zu bestimmen gilt. In Betracht kommen hier die spezifische Artikulation der filmischen Rede, d.h. die filmische Syntax, und die ‚rhetorischen Figuren‘ des Films (Metapher, Analogie usw.). Mit seiner Auffassung des Films als Sprache kann der Formalismus als ein Vorläufer des „linguistic turn“ der semiotischen Filmtheorie der 1960er Jahre gelten.