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Flapper-Komödie

engl.: flapper film; von dem alten engl. Dialektwort flapper = flatterhaftes (Reb)Huhn, unstete (‚unsolide‘) junge Frau (to flap = mit den Flügeln schlagen); im späten 19. Jahrhundert aufkommender Ausdruck für jungen Mädchen um die 20 aus der Mittelklasse, die sich durch ihre wenig damenhafte Erscheinung (Bubikopf, knappes Röckchen, starker Gebrauch von Lippenstift usw.), forsches Auftreten und unkonventionelles Benehmen von den älteren Geschwistern und vor allem von ihren Eltern zu unterscheiden suchen

Flapper-Figuren werden in den 1920er und 1930er Jahren zum Gegenstand einer ganzen Reihe von Stummfilmkomödien, von denen einige die Genrecharakterisierung ihrer unangepassten, unbekümmert erotischen jugendlichen Heldinnen im Titel tragen, wie bereits 1919 Frank Wilsons Komödie The Irresistable Flapper. 1920 macht Alan Crosland mit seiner Liebesabenteuer-Komödie The Flapper (1920, mit der noch im gleichen Jahr verstorbenen Olive Thomas) den Ausdruck endgültig geläufig. (Crosland legte noch einige Flapper-Filme nach, darunter 1925 Bobbed Hair mit Marie Prevost.) Andere Produktionen verzichten auf eine derartige Genrebenennung, indizieren ihren Gegenstand aber gleichwohl eindeutig, wie etwa Prodigal Daughters (1923, Sam Wood, mit Gloria Swanson), What Fools Men (1925, George Archainbaud, mit Shirley Mason) oder Coquette (1929, Sam Taylor, mit Mary Pickford). Einige Namen von Jazz-Age-Ikonen der 1920er Jahre haben ihren Klang bis heute erhalten, so z.B. Clara Bow (The Plastic Age, 1925, Wesley Ruggles; Hula, 1927, Victor Fleming; The Wild Party, 1929, Dorothy Arzner), Louise Brooks (Die Büchse der Pandora, D 1929, G. W. Papst) oder Joan Crawford (Our Dancing Daughter, 1927 Harry Beaumont; Our Modern Maidens, 1929, Jack Conway).

Literatur: Landay, Lori: The flapper film. Comedy, dance and Jazz Age kinaesthetics. In: Bean, Jennifer M. / Negra, Diane (eds.): A feminist reader in early cinema. Durham: Duke University Press 2002, S. 221-248. – Lazin, Laura: The flapper story. Stanford University Dept. of Communication, Film Arts Foundation. New York: Cinema Guild 1985 [2006] (DVD, 29 min).
 

Referenzen