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Freak

Das englische Wort freak bezeichnet eine Person mit angeborenen körperlichen Behinderungen und Anomalien – Zwerge, siamesische Zwillinge, Elefantenmenschen u.ä., die als Attraktionen auf Jahrmärkten in sogenannten freak shows präsentiert wurden. Aber auch verstümmelte Personen oder sogar psychisch „Abnorme“ gehören in diese Kategorie. Außerdem werden Personen, die starke Obsessionen haben oder Hobbys bis zur Selbstaufgabe pflegen (wie z.B. die film freaks), zur Gruppe der Abweichler gezählt. Die Kategorie der freakishness (oder: freakery) wird darum auch als allgemeine Kategorie der Abweichung einer unterstellten und normativ geforderten Normalität genutzt – der freak ist derjenige, der aus den Anforderungen der Normalität herausfällt und darum einer Fülle von Ausgrenzungsstrategien ausgesetzt ist.
Das Auftreten von Freaks im Film ist vom Mehrwert des Authentischen begleitet, d. h. sie spielen – ähnlich wie kindliche Protagonisten und Laiendarsteller – meist sich selbst und wecken damit zusätzliches voyeuristisches Interesse. Ein Freak kann allerdings auch durch Maskenbildnerei erzeugt werden und sensationelle Effekte erzielen. Manche freak films versammeln ganze Gruppen von Abweichlern, so dass „Normale“ in die Minderheit geraten und die dargestellte Welt den Eindruck einer Monstrositätenshow zu machen beginnt.

Beispiele: Freaks (USA 1932, Tod Browning); The Elephant Man (USA 1980, David Lynch); Polyester (USA 1981; John Waters).

Literatur: Adams, Rachel: Sideshow U.S.A. Freaks and the American Cultural Imagination. Chicago, Ill. [...]: University of Chicago Press 2001. – Bogdan, Robert: Freak Show: Presenting Human Oddities for Amusement and Profit. Chicago: University of Chicago Press 1988. – Hunter, Jack: Inside teradome. An Illustrated History of Freak Film. London: Creation Books 1995. – Thomson, Rosemarie Garland: Freakery: Cultural Spectacles of the Extraordinary Body. New York: New York University Press 1996.