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geek

Slangausdruck, möglicherweise auf das norddt. ‚geck‘ (= Kumpel, Narr, Tor) zurückgehend; im Karneval eine Figur, die sich morbide verkleidet und entsprechend bizarre Handlungen performiert

Geek war ursprünglich eine höchst pejorative Bezeichnung für Jugendliche, die mit schwach ausgeprägter Sozialkompetenz vor Computern hockten, Comics lasen und in Rollenspielen Star Wars und andere eher schlichte Fantasy-Stoffe nachspielten. Inzwischen sind sie selbst zu produktiven Kräften des Filmgeschäfts geworden, sie schreiben und entwerfen Designs für Science Fiction, Animationsfilme, Horror und Fantasy; Regisseure wie Peter Jackson, Tim Burton, Sam Raimi und Robert Rodriguez gehörten einmal zur Geek-Szene. Die Geek-Community – eine imaginäre Gemeinschaft von meist männlichen Jugendlichen, die extensiv ihre Computer nutzen – ist auf das Netz angewiesen; erst hier findet sich eine Austauschform, auf der gemeinsame Themen – Computertechnik, Film, Comics, Video- und Rollenspiele – besprochen werden können. Früh wurde geek zur Selbstbezeichnung der Mit-Akteure, der Spott der anderen wurde in Stolz verkehrt. Geeks sind oft obsessive Sammler und besitzen ein geradezu enzyklopädisches Wissen über Film und dessen anverwandte mediale Gattungen. Die philologisch angehauchte Geek-Kultur verschmilzt Populär- und Hochkultur, angestammte Grenzen sind außer Kraft. Comics haben mindest den gleichen Rang wie Werke des Bildungskanons. Auch die soziale Praxis von Geeks ist dem Kino (resp. dem Film) verpflichtet – gemeinsame Kinoabende, Filmpremieren, Festivalbesuche und Conventions. Als wichtigstes Jahresereignis der Welt-Geek-Kultur gilt die Geburtstagsfeier von Harry Knowles, der 1996 das Geek-Forum „Ain‘t it cool news“ (http://www.aintitcool.com/) gegründet hat; Knowles bezeichnete seinerseits Geeks als Zeloten einer Privatreligion. 

Literatur: Knowles, Harry: Ain't it cool? Hollywood's redheaded stepchild speaks out. New York, NY : Warner Books 2002.
 

Referenzen