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Geruchsfilm / Duftfilm II: Verfahren

Das kann mittels Versprühens oder Verdampfens von synthetischen Aromen im Kino geschehen, wie 1959 im AromaRama-Verfahren von Charles Weiss mit 31 (54?, 72?) Gerüchen (zur New Yorker Vorführung von Behind the Great Wall, eigentlich La Muraglia cinese, Italien 1958, Carlo Lizzani, ein Dokumentarfilm über China, der speziell für diesen Zweck angekauft und bearbeitet worden war – zu riechen waren u.a. Wein, Tabak, diverse Blumen, eine brennende Fackel und ein gefangener Tiger) oder wie bei der „glorious“ Smell-O-Vision – einer von dem Produzenten Mike Todd finanzierten Weiterentwicklung des Laube-Verfahrens – mit 14 Düften (realisiert in Scent of Mystery, aka: Holiday in Spain, USA 1960, Jack Cardiff). Beim Odorama-System dagegen werden kodierte Rubbelkarten an das Publikum ausgegeben (wie in Polyester, USA 1981, John Waters, in dem die Geruchsobsessionen der Protagonistin vermittelt werden sollen). Les Blank, Dokumentarist und Autor eines Films über Knoblauch, experimentierte Anfang der1980er Jahre mit Gerüchen in einer Art von Autorenkino. Keine der angewendeten „Smellie“-Systeme hat sich durchsetzen können, aber Performance-Filmkünstler nutzen derartige Verfahren bis heute, und die DVD von Polyester wird mit Odorama-Karte angeboten. 2001 wurde in München und Berlin der 8-minütige Kurzfilm One Day Diet (HFF München, „Fräulein Wunder“ alias Stefan Panzner, Henning Patzner & Frieder Wittich) gezeigt, der speziell für ein tragbares Duftkino-Gerät namens „Sniffman“ entworfen worden war.

Literatur: – Lefcowitz, Eric: Smell-O-Vision! http://www.retrofuture.com/smell-o-vision.html. – Netzley, Patricia D.: Encyclopedia of movie special effects. Phoenix, Ariz.: Oryx Press 2000; Nachdr., New York: Checkmark Books 2001. – Paech, Anne: Das Aroma des Kinos. Filme mit der Nase gesehen: Vom Geruchsfilm und Düften und Lüften im Kino. http://www.filmportal.de/sites/default/files//EBD16B727A094212B735E2E26A42331A_mat_paech_aroma.pdf.