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Geschichtlichkeit

auch: Historizität

In geschichtstheoretischer Hinsicht bezeichnet dieser Begriff die Gebundenheit der Gegenstände der Vergangenheit in ihren historisch-zeitlichen Kontext. Die ältere Geschichts­philosophie interpretiert dies als Ausdruck des Sinns oder Ziels von Geschichte in der einzel­nen Erscheinung. Neuere Konzepte sehen in der Geschichtlichkeit des historischen Materials im Wesentlichen ein Synonym für dessen Interpretationsabhängigkeit – diejenigen Bezüge sind erkenntnisleitend, die am Gegenstand mit Blick auf das Vergangene fassbar und lesbar werden. So sind die unterschiedlichen Zugänge zur Filmhistoriographie in ihrer Pluralität ein Ausdruck für die Pluralität der Beziehungen, die den Film als historische Tatsache ausmachen­. Als allererstes äußert sich die Geschichtlichkeit des Gegenstandes an den Veränderungen des Materials des Films selbst – am Verfall der Zelluloid-Kopien, an der Veränderung der Farben, am Verlust von Kopien und Techniken und dergleichen mehr. Aber auch bild-, geistes-, ideologie- und sozialgeschichtlich ist der Film in die Horizonte seiner Zeit zurückgebunden. Schließlich bildet der Film selbst ein System von Stilen und Konventionen heraus, das seiner Zeit eng verbunden ist, ebenso wie sich darin Produktionsweisen spiegeln und Rezeptionsformen reflektiert werden.