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Gewaltverherrlichung

Die verherrlichende Darstellung von Gewalt ist in Deutschland gemäß §131 des Strafgesetzbuches (StGB) ein Vergehen, welches mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft wird. Danach muss die Darstellung eine Gewaltverherrlichung oder Gewaltverharmlosung ausdrücken oder das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellen. Das zu schützende Rechtsgut ist nach überwiegender Ansicht der öffentliche Friede, der bereits selbst ein Bündel von Rechtgütern umfasst, somit ist eine Überlagerung zu anderen Rechtgütern immanent. Als überlagerte Rechtsgüter kommen insbesondere in Betracht: Jugendschutz, der Schutz der abstrakten Menschenwürde, die körperliche Unversehrtheit des Einzelnen. Der Jugendschutz als Schutzgut ist insofern problematisch, da die Verbotsnorm nicht im Jugendschutzgesetz normiert wurde und sich die Bestrafung auch gegen Erwachsene richtet (vgl. Jugendschutzgesetz [JuSchG], §§15, 18). Als jugendgefährdend werden Gewaltdarstellungen z.B. angesehen, wenn Gewalt verherrlicht wird (in detaillierten, zum Selbstzweck dargestellten Mord‑, Folter‑ und brutale Gewaltszenen), wenn Gewalt als mögliches Konfliktlösungsmittel oder wenn Selbstjustiz in Form von Gewalt als angemessenes und bestes Mittel zur Durchsetzung von Recht dargestellt wird (Stand: 2014).

Literatur: Baum, Christoph Georg: Jugendmedienschutz als Staatsaufgabe. Baden‑Baden: Nomos 2007 (Materialien zur interdisziplinären Medienforschung. 60.) – Erdemir, Murad: Gewaltverherrlichung, Gewaltverharmlosung und Menschenwürde. In: Zeitschrift für Urheber‑ und Medienrecht 44,8-9, 2000, S. 699‑709.

Referenzen