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giri-ninjo

auch: giri to ninjo; von japan.: giri = „Pflicht“ + ninjo = „Empathie, Sympathie, Gefühl für das angemessene Handeln“

Ausdruck einer spezifisch japanischen, bereits im Kabuki- und Bunraku-Theater genutzten gruppendynamischen Moral-Dramaturgie, der die persönliche Pflichtauffassung einer Person bezeichnet. Pflichtgefühl (giri) und persönliche Emotionen (ninjo) können in einer derartig stark auf den anderen und die öffentlichen Erwartungen hin angelegten Kultur wie der japanischen rasch in einem Individuum dysfunktional kollidieren; das Konzept des giri-ninjo eignet sich daher exzellent, um Geschichten in Gang zu setzen oder ihnen eine gewünschte Wendung zu geben.
Sehr effektvoll sind neben dem bekannteren Typus der Geschichten über Samurai-Ethik auch bürgerliche (= sewamono) Tragödien mit Doppelselbstmorden aus Liebe (shinjû) nach Plots aus dem Bunraku-Puppentheater des japanischen Nationaldichters Monzaemon Chikamatsu (1653-1724) verfilmt worden, etwa „Freitode aus Liebe in Amijima“ (Shinjuten no Amijima) als Shinjû: Ten no Amijima (1969, Masahiro Shinoda) oder „Freitode aus Liebe in Sonezaki“ als Sonezaki Shinjû (1978, Yasuzo Masumura; und als Bunraku-Puppenspiel, 1981/82, Midori Kurisaki).


Referenzen