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Goldwyn

Die Goldwyn Pictures Corp. wurde im Dezember 1916 von Samuel Goldfish und Edgar und Archibald Selwyn gegründet. 1918 änderte Goldfish seinen Namen in Samuel Goldwyn, doch schon 1922 wurde Goldwyn seines Amtes als Präsident der Firma enthoben. Während Goldwyn Pictures mit Metro und Mayer fusionierte, um im Jahre 1923 MGM zu etablieren, gründete Sam Goldwyn im Jahre 1924 die Samuel Goldwyn Inc. als selbständiger Produktionsfirma. Über die nächsten vierzig Jahre produzierte Goldwyn jährlich zwar wenige Filme, die aber von hoher Qualität waren. Zu ihnen zählen z.B. alle Willam-Wyler-Filme zwischen 1937 und 1946. Seine Filme wurden bis 1940 durch United Artists vertrieben, bei denen Goldwyn als Hauptaktionär im Vorstand saß. 1940 übernahm die RKO den Vertrieb. Goldwyn entdeckte neue Stars, unter ihnen Vilma Banky, Ronald Coleman, Gary Cooper, David Niven und Danny Kaye. Zu den wichtigsten Filme der Firma gehörten Stella Dallas (1925), Arrowsmith (1931), Wuthering Heights (1939), The Little Foxes (1941), The Best Years of Our Lives (1946), Guys and Dolls (1955) und Porgy and Bess (1959).
Mit 78 Jahren ging Goldwyn in den Ruhestand; er starb im Jahre 1974. Nachdem über die Verteilung des Nachlasses gerichtlich entschieden war, gründete Sam Goldwyn Jr. im Jahre 1978 die Samuel Goldwyn Company, die die Filmbibliothek der Firma verwaltete und als selbständiger Verleiher auftrat; 1985 kontrollierte SGC über 500 Filme . Mitte der 1980er begann Goldwyn, nicht nur alte Filme zu vertreiben, sondern machte sich einen Namen mit „Independents“ wie Stranger than Paradise (1984) von Jim Jarmush, Sid and Nancy (1986) von Alex Cox, La Femme Nikita (1991) von Luc Besson und The Wedding Banquet (1993) von Ang Lee. Im September 1997 wurde die Firma an MGM verkauft, die den Namen „Samuel Goldwyn“ als „specialty label“ weiter beibehielt und Filme wie Adrienne Lynns Lolita (1998) produzierte sowie Independent-Produktionen wie Raising Victor Vargas (2003) verlieh.

Literatur: Marx, Arthur: A biography of a Man Behind the Myth. New York: Norton 1976. – Slide, Anthony: The American Film Industry. A Historical Dictionary. New York: Limelight Editions 1990.

Referenzen