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Golfkrieg

Motiv im dokumentarischen und fiktionalen Film, das drei Kriege am Persischen Golf meint: Den ersten zwischen Iran und (dem damals von den USA unterstützen) Irak 1980-1988, der wesentlich durch die Islamische Revolution im Iran ausgelöst wurde; der zweite und dritte Golfkrieg, die beide zwischen den westlichen Alliierten unter der Führung der USA und dem Irak im Frühjahr 1991 respektive 2003 stattfanden. Im iranischen Kino wurden und werden Kriegsdramen gezielt gefördert (und von der Zensur in Schach gehalten). Im Vordergrund steht zwar die „Heilige Verteidigung“ der Islamischen Republik, doch die Filme legen wenig Wert auf Schlachtengemälde. Stattdessen werden die Kriegsfolgen ins Zentrum gerückt: das Fehlen einer ganzen Generation von Männern, die physische und psychische Zerbrochenheit der Kriegs-Heimkehrer und die damit verbundenen Schwierigkeiten der Resozialisierung, die spirituelle Anwesenheit der Vermissten und Gefallenen. Die filmische Verarbeitung des zweiten Golfkriegs fand und findet in den USA in zum Teil massiv gefilterten, erschreckend verharmlosenden Dokumentarfilmen und pathetischen Kriegsfilmen statt, bislang jedoch kaum in Antikriegsfilmen. Dabei reicht die zum Ausdruck kommende politische Haltung von (seltener) Ablehnung des Kriegs und der Rolle des Westens bis hin zu manifester Propaganda (vgl. etwa die so genannten embedded journalists).

Beispiele: Arusi-ye khuban (Iran, 1989, Mohsen Makhmalbaf); Les Feux du Satan (BRD/Frankreich/Spanien 1992, Werner Herzog); Three Kings (USA 1999, David O. King).

Literatur: Felix, Jürgen / Zimmermann, Peter (Hrsg.): Medien-Krieg. Zur Berichterstattung über die Golfkrise. Marburg: Schüren 1991 (Augen-Blick. 11.). – Young, Peter / Jesser, Peter (eds.): The media and the military: from the Crimea to Desert Strike. New York: St. Martin's Press 1997.